Die Bastei – Aussichtspunkt seit Jahrhunderten
Bericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe November/Dezember 2009 – mit freundlicher Unterstützung des Heimat- und Tourismusvereins Stadt Wehlen e.V.
Die Geschichte der Bastei finden wir in vielen Überlieferungen. Sie ist die älteste und wohl auch bekannteste Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz.
Die Neugier auf unsere Heimat wurde durch die Maler der Romantik vor 200 Jahren geweckt. Zu dieser Zeit waren es die atemberaubenden Bilder des Elbsandsteingebietes – z.B. von Ludwig Richter, Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus – von denen alle Welt in den Bann gezogen wurden. Kein Wunder, steht man doch auch heute noch staunend am Felsplateau.
195 m über der Elbe erhebt sich die Basteiaussicht. Von hier aus hat man einen einmaligen Blick in und über das Elbsandsteingebirge. Von Westen kann man die Höhenlage Pirnas, die nahen Bären- und Rauensteine, von Osten die Schrammsteinwände und den Winterberg als zweithöchsten Berg der Sächsischen Schweiz – kurz: fast alle Erhebungen des Elbsandsteingebirges überblicken. Immer wieder faszinierend ist die kontrastreiche Vielfalt der Natur. Rechtselbig bei Niederrathen erhebt sich gleich nach dem Elbufer majestätisch das Gebirge, wogegen das Gelände bei Oberrathen ganz sanft ansteigt.
Doch nicht immer war der Zugang so komfortabel wie heute. Unsere Vorfahren mussten sich auf abenteuerliche Weise den Zugang zur Plattform erkämpfen. Auch an sichere Stufen oder gar Geländer war zu Beginn nicht zu denken. So führte ein Weg Anfang des 19. Jahrhunderts sehr steil vom Rathener Grund über den Wehlgrund, vorbei an Mardertelle und Ferdinandstein zur Vogeltelle und weiter hinauf. Später kamen andere Zugänge, wie z.B. der über den Steinernen Tisch dazu.
Die Basteibrücke
… wie wir sie heute kennen wurde um 1850 / 51 innerhalb sehr kurzer Zeit vom Königlich-Sächsischen Landesbaumeister F.L. Marx, einem Schüler und Mitstreiter Gottfried Sempers, erbaut. Genau zur gleichen Zeit, als im Elbtal die Eisenbahntrasse fertig gebaut wurde, entstand also auch das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz.
Bereits über 400 Jahre zuvor gab es einen hölzernen Übergang, der eine Verbindung zur Burg Altrathen darstellte. Von der Brücke hat man nur einen schmalen Blick in das Elbtal. Umso imposanter ist es, wenn man über Wehlgrund und Wehltürme auf die Kletterfelsen des Gans-Gebietes schaut, wo man an schönen Tagen unzählige Bergsteiger beobachten kann.

