Stadtteilgeschichte Dresden Albertstadt
Bericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe November/Dezember 2009
Als Schöpfer derselben ist Alfred Graf von Fabrice (1818 – 1891 ) zu nennen. Der General der Kavallerie, Staats-, Kriegsund Außenminister Fabrice hatte die zum großen Teil durch Preußen diktierten Aufgaben zur Neustrukturierung der Sächsischen Truppen umzusetzen, waren doch die militärischen Anlagen stark veraltet und dezentral organisiert.
Im Jahr 1873 wurde mit dem Bau der heutigen Stauffenbergallee (ehem. Heerstraße, Carola-Allee, später Dr.-Kurt-Fischer- Allee) als Zentralachse der Grundstein für die Albertstadt gelegt. Etwas oberhalb am nördlichen Rand von Dresden gelegen, sollte sie in der Folgezeit die größte Garnisionsstadt Deutschlands werden. Mit allen organisatorischen Einrichtungen, eigener Bäckerei mit Mühle, Heizkraft-, Elektrizitäts- und Wasserwerk, Kirche, eigenem Friedhof etc. ausgestattet, agierte die Albertstadt ab 1883 völlig eigenständig unter der Gutsherrschaft des Sächsischen Kriegsministers.
Das Zentrum bildete der Arsenalkomplex mit Munitionsdepot und Werkstätten, in dessen Hauptgebäude sich heute das Militärhistorische Museum der Bundeswehr befindet.
Großen Wert legte man, wohl auch wegen der Nähe zur Residenzstadt, auf die äußerliche Gestaltung in spätklassizistischem Stil mit Elementen der Neorenaissance. Grundsätzlich wurde Sandstein verbaut. Die von Kästner genannte Grenadierkaserne, in der das II. Grenadier- Regiment 101 unter Hoheit von Kaiser Wilhelm, König von Preußen, untergebracht war, erhielt beispielsweise zusätzlich kunstvoll gestaltete Tore, gesäumt von zwei Löwenskulpturen. Sie ist heute Sitz der Landesdirektion Dresden.
Die Ausstattung der Kasernen war sehr
modern – teilweise sogar durch eine Zentral-Luftheizung beheizt. Über einen hofseitigen, das gesamte Gebäude durchspannenden Flur gelangte man in die Wohnstuben – jeweils für 18 – 24 Mann. Für höhere Ränge gab es abgeschlossene Wohnungen. Die Kasernen verfügten jede über Speisesaal, Küche, Bäder, Werkstätten und Wirtschaftsräume. Außerdem wurden Kasinos für die Kurzweil der Offiziere eingerichtet. Im rückwärtigen Bereich befanden sich Schießstände, Pfredeställe und Reithäuser. Exerzier- und Übungsplätze waren nicht weit. Bis zu 20.000 Mann waren hier untergebracht. 1901 z.B. plante die Königlich-Sächsische Heeresbäckerei z.B. mit 189.000 Broten á 3 kg.
Auf dem Alaunplatz fanden regelmäßig Paraden und militärische Vorführungen statt. Diese Ereignisse hatten fast Volksfestcharakter, so viele Schaulustige waren zugegen. Gerade die Königsparaden, die jährlich am Geburtstag des Herrschers abgehalten wurden, erfreuten sich großer Beliebtheit.
Später
hatte Reichswehr und Wehrmacht die Kasernen inne. Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich das Industriegelände. Während des zweiten Weltkrieges wurde die einst größte Garnision zu einem der größten Lazarette Deutschlands. Später waren Sowjetische Truppen und Einheiten der NVA in den Kasernen stationiert.
In der Gegenwart veränderte sich der Charakter des Gebietes grundlegend. Ein großer Teil der Geäude wurde bis heute saniert und wird nun von Verwaltungen oder als Wohn- und Gewerbeeinheiten genutzt. Das Stadtarchiv Dresden befindet sich bespielsweise in der ehem. Heeresbäckerei. Goetheinstitut, Landesfunkhaus, Sächsisches Staatsarchiv und Fachgerichtszentrum sind in sanierten Kasernengebäuden untergebracht. Neben privaten Firmen, Handwerkskammer und Bäckereifachschule haben sich im Industriegelände auch verschiedene Clubs angesiedelt.
Stark zerfallene Häuser mussten abgerissen werden, die Grundstücke sind größtenteils neu bebaut. Auch die Bundeswehr übernahm Teile der ehemaligen Garnision. So zog die Offizierschule des Heeres 1998 auf die Marienallee. Zwischen den vielen Neubauten finden sich aber auch heute noch baufällige Gebäude, über deren entgültige Nutzung noch nicht entschieden ist.
Heute noch erinnern zahlreiche Straßennamen an die einstige Nutzung: zum Beispiel die Provianthofstraße in der ehemaligen Heeresbäckerei, die Magazinstraße, Zum Reiterberg oder die Schützenhöhe.
Eine Simultankirche für die Albertstadt – die Garnisionskirche
Groß und gewaltig steht die Garnisionskirche auf einer Anhöhe, wenn man von der Tannenstraße in Richtung Stauffenbergallee läuft. Unwillkührlich bleibt man stehen und bestaunt die mächtige, sandsteinerne Fassade und das riesige Dach mit zahlreichen Türmchen und Spitzen, die heute, nach Ende der Sanierung, wieder in alter Pracht erstrahlen.
Nach Fertigstellung der Albertstadt wurden Rufe nach einem eigenen Gotteshaus laut. Man lobte einen öffentlichen Wettbewerb aus und baute nach den Plänen der beiden Architketen William Lossow und Herrmann Viehweger, die in Dresden bereits das Schauspielhaus erschaffen hatten, die Garnisionskirche. Es entstanden zwei Kirchen unter einem Dach, eine sogenannte Simultankirche.
1895 legte man insgesamt drei Grundsteine, jeweils einen für jede Konfession und einen für den 90 m hohen und komplett aus Sandstein gemauerten Kirchturm. Die feierliche Weihe der Kirche fand am 28.10.1900 statt. Der katholische Teil bot Platz für 400 Gläubige, der evangelische für 2.000.
Ab 1945 fanden das Staatstheater sowie die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek im protestantischen Teil Raum für Archiv und Lager. Heute nutzt die Puppentheatersamlung der staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Räumlichkeiten. Die katholische St. Franziskus-Xaverius- Gemeinde nutzt bis heute den anderen Teil der Kirche.
Die Schützenkaserne …
wurde bereits 1871 als erster großer Kasernenbau der zukünftigen Albertstadt fertiggestellt. Grund hierfür war die Umverlegung des Königlich-Sächsischen Schützen-Regimentes “Prinz Georg” Nr. 108 von Leipzig nach Dresden. Die bestehenden Kasernen in der Inneren Neustadt und der Altstadt fassten die Soldaten nicht, so dass sie anfangs sogar bei der Zivilbevölkerung einquartiert wurden. Den Eingang des Hauptgebäudes an der Tannenstraße zierten zwei überlebensgroße Schützenfiguren. Außerdem verfügte die Kaserne neben den Unterkünften für die Soldaten auch über einen eigenen Arrest, ein Schlachthaus, Pferdeställe und andere Versorgungsgebäude. Das Hauptgebäude (siehe Foto unten) wurde 1945 zerstört. In den erhaltengebliebenen und zwischenzeitlich sanierten Gebäudeteilen befindet sich heute das Fachgerichtszentrum Dresden.
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Historischer Wanderleitfaden – Dresdner Heide und Seifersdorfer Tal

Spendenaufruf für Brunnen auf der Tannenstraße – Sanierung hat begonnen
Der Brunnen an der Tannenstraße (Alaunplatz) bietet derzeit einen traurigen Anblick. Das marode Sandsteinbecken mit einem Durchmesser von fast sechs Metern hat seit über 60 Jahren kein Wasser mehr gesehen. In der Mitte erhebt sich eigentlich auf einem steinernen Vierpass-Sockel eine gusseiserne Brunnenschale. Damit der Brunnen wieder sprudeln kann, müssen Schale, Sandsteinelemente und Brunnenbecken saniert und auch die Springbrunnentechnik neu hergestellt werden.
Erster Lichtblick für den Brunnen heute: Die gusseiserne Brunnenschale ist bereits saniert. Amtsleiter Detlef Thiel und Restaurator, Uwe Ostmann (Fa. Ostmann und Hempel aus Wilsdruff) präsentierten sie heute am Brunnenplatz. Von hier aus wird sie ins Lapidarium transportiert und wartet dort auf ihren Einsatz. Ihre Restaurierung für etwa 9 000 Euro wurde finanziert aus dem städtischen Haushalt.
Insgesamt kostet die Sanierung des Brunnens 135 000 Euro. Das schafft die Stadt nicht allein. Deshalb startet heute ein Spendenaufruf für den Brunnen. Dresdner Bürgerinnen und Bürger, Anwohner oder Firmen sind eingeladen, das Vorhaben mit Sach- oder Geldspenden über den FONDS STADTGRÜN der Landeshauptstadt Dresden zu fördern. Ein Flyer und das Internet unter http://www.dresden.de/stadtgruen bieten detaillierte Informationen.
Spenden können auf das Konto der Landeshauptstadt Dresden: Konto-Nr. 3120000034, BLZ: 85050300 Ostsächsische Sparkasse; Verwendungszweck: FONDS STADTGRÜN – Brunnen Tannenstraße / Alaunplatz, eingezahlt werden.
Kontakt: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Grunaer Straße 2, 01069 Dresden, Telefon (03 51) 4 88 70 10 oder 4 88 71 14 oder per E-Mail: stadtgruen-und-abfallwirtschaft@dresden.de.
Der Amtsleiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Detlef Thiel bedankt sich bei allen Partnern für die Unterstützung bei der Vorbereitung der Sanierungsarbeiten und für bereits eingegangene Spenden. Ein besonderes Dankeschön geht an Frau Mudra aus Pirna. „Seit vielen Jahren unterstützt sie mit Geldspenden den Erhalt und die Reparatur von Brunnen im Dresdner Stadtgebiet. Wir freuen uns, dass ihre Unterstützung in diesem Jahr dem Brunnen hier auf der Tannenstraße zugute kommen wird. Es ist ein sehr schönes Beispiel für langfristiges bürgerschaftliches Engagement im Sinne einer lebenswerten Stadt.“, so Thiel.
Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 30.04.2010
Gewerbegebiet „Heeresbäckerei“: Der zweite Bauabschnitt startet
Am 29. März 2010 beginnt der zweite Bauabschnitt zur Erweiterung des Gewerbestandortes „Heeresbäckerei“ an der Königsbrücker Landstraße. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Juli 2010. Im Zuge der Erschließung wird die Elisabeth-Boer-Straße um rund 250 Meter nach Norden verlängert. An der nördlichen Spitze des Gesamtgebietes entsteht ein Parkplatz. Dieser erhält 137 Stellplätze und ist durch eine Treppe mit der Straßenbahnhaltestelle „Industriegelände“ verbunden. Gemeinsam mit der Stadt verlegen die DREWAG, die Stadtentwässerung und die Telekom ihre Leitungen, die zur Versorgung des Gewerbestandortes notwendig sind. Nach Abschluss der Arbeiten steht rund ein Hektar Gewerbefläche für die Ansiedlung von klein- und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung.
Der Freistaat Sachsen fördert das 590 000 Euro teure Bauvorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, wobei der Fördersatz 60 Prozent bezogen auf die förderfähigen Kosten beträgt. Die Differenz zu den Gesamtkosten trägt die Landeshauptstadt. Den Zuschlag für die Baudurchführung erhielten die Firmen HEF Flottmann Tiefbau GmbH & Co. KG (Tief- und Straßenbau) und Elektroinstallation Martin GmbH (Beleuchtung und Ausrüstung).
Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes im Sommer 2009 baute die Firma Pharmatec / Bosch AG auf einer Fläche von ungefähr 1,8 Hektar ein pharmazeutisch-biotechnologisches Kompetenzzentrum (pbK). Bereits seit Anfang März 2010 bis voraussichtlich Ende August 2011 saniert der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen den ehemaligen Getreidespeicher für das Stadtarchiv. Dieses braucht dringend mehr Platz, um seiner gesetzlich vorgeschriebenen Archivierungspflicht nachzukommen.
Die südliche Teilfläche des Areals der Heeresbäckerei wurde 1998 städtebaulich neu entwickelt: 1999 eröffnete dort ein Einkaufszentrum. In der ehemaligen Heeresbäckerei hat das Stadtarchiv seinen Sitz. Mit dem zweiten Bauabschnitt und den Arbeiten für das Archiv endet der 1998 begonnene innerstädtische Wiederbelebungsprozess für dieses Gebiet.
Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 24.03.2010