Gesten statt Worte – Sächsische Lehrer erlernen Gebärdensprache

Erstmals haben 17 sächsische Lehrer in einer berufsbegleitenden Fortbildung die Gebärdensprache erlernt. Morgen (Freitag, 18. September) erhalten sie nach zweijährigem intensiven Lernen ihre Zertifikate. Nach Aussage von Kultusminister Roland Wöller ist es notwendig, eine größere Zahl von Lehrern mit der Gebärdensprache vertraut zu machen. Die Gebärdensprache sei trotz moderner technischer Hilfsmittel für eine angemessene Schulbildung vieler hörgeschädigter unabdingbar. Das Kultusministerium hatte das deutschlandweit einmalige Projekt im Sommer 2007 gemeinsam mit der Westsächsischen Zwickau und der Landesdolmetscherzentrale ins gerufen. Ein zweiter Kurs für weitere 20 Lehrer von Schulen für Hörgeschädigte beginnt im September.

Die Fortbildung setzt sich zusammen aus einem sprachtheoretischen Teil an der Zwickauer Hochschule und wöchentlichen Praxisstunden in den jeweiligen Schulen der Lehrer. Am Ende des Kurses steht eine Prüfung, in der grundlegende Kenntnisse sowie der situationsbezogene Einsatz der Gebärdensprache nachgewiesen werden müssen.

Das Erlernen der Gebärdensprache ist kein fester Bestandteil in der zum Lehrer für Hörgeschädigte. Vor allem für gehörlos geborene und für gehörlose Eltern ist die Gebärdensprache wichtigstes Kommunikationsmittel.

In gibt es insgesamt drei Schulen für Hörgeschädigte. In , Leipzig und Chemnitz lernen insgesamt 397 Schüler, sie werden von 98 Lehrkräften unterrichtet. Außerdem werden 271 hörgeschädigte Kinder und Jugendliche integrativ an Grundschulen, Mittelschulen und Gymnasien unterrichtet und von den Schulen für Hörgeschädigte beraten und unterstützt.

Presseinformation Sächsisches Staatsministerium für Kultus, 17.09.2009

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