Glashütte und die Uhren
Weltweit bekannt wurde die Stadt wegen der hier hergestellten hochwertigen Uhren und feinmechanischen Präzesionsinstrumente.
Begründer der langen Tradition war wohl der Uhrmachermeister F.A. Lange, der in den 40iger Jahren des 19. Jahrhunderts in Glashütte die erste Uhrenfirma gründete. Er unterrichtete zahlreiche Lehrlinge in der Kunst der Uhrmacherei und ermutigte sie, eigene Wege zu gehen. So siedelten nach und nach mehrere Firmen dieser Branche hier an.
Moritz Großmann gründete im Jahr 1878 eine Uhrmacherschule.
Eine Blütezeit brach an. Glashütter Uhren wurden in der ganzen Welt bekannt. Ebenso wie die ersten in Deutschland gefertigten Armbanduhrenwerke, kamen auch die ersten deutschen in Fabriken hergestellten Rechenmaschinen aus dieser Stadt.
Während des zweiten Weltkrieges wurden überwiegend Fliegerarmbanduhren, Zeitzünder, Marine-Chronometer u.ä. hergestellt.
1951 wurden alle Einzelunternehmen als “VEB Glashütter Uhrenbetriebe” vereinigt.
Heute halten wieder mehrere Unternehmen die alte Tradition aufrecht und tragen den Namen der Stadt in alle Welt.
Ein Besuch im Uhrenmuseum erlaubt einen detaillierten Einblick in diese bewegte Geschichte, wegen der oftmals vergessen wird, dass der eigentliche Ursprung der Stadt auf den Bergbau zurück geht. Im 15. Jahrhundert wurde hier Eisenerz und Silber abgebaut.
Heute ist Glashütte eine attraktive Stadt inmitten des Osterzgebirges. Touristen fühlen sich wohl und kommen gerne wieder. Wanderfreunde nutzen die Stadt als Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen durch die herrliche Natur.
Am 14. Oktober 2009 - Veröffentlicht in: Osterzgebirge, Qualität und Tradition
Redaktion (87 comments) 26. März 2010 16:42 :
Hochwasserschutz im Tal der Müglitz
Baubeginn für erweitertes Hochwasserrückhaltebecken Glashütte
In Glashütte (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) ist im Beisein von Umweltminister Frank Kupfer heute (26. März 2010) mit der Erweiterung des Hochwasserrückhaltebeckens Glashütte begonnen worden. Das Speichervermögen des Beckens soll bis zum Frühjahr 2012 von heute 50 000 auf dann mehr als eine Million Kubikmeter vergrößert werden.
„Die Bilder aus dem Müglitztal zur Flut 2002, besonders die aus Weesenstein, dürfte wohl kaum jemand vergessen haben“, so Staatsminister Frank Kupfer. „Damals und bis zur Einweihung des Hochwasserrückhaltebeckens Lauenstein im Jahr 2006 gab es für dieses Flussgebiet praktisch keinen Hochwasserschutz. Nun werden wir erneut ein Stück weiterkommen, um Glashütte und die Bewohner des Müglitztals wirkungsvoll vor Hochwasser schützen zu können“.
Das Hochwasserrückhaltebecken Glashütte wurde 1953 errichtet. Bei der Flut 2002 wurde der vorhandene Damm wegen der zu gering dimensionierten Hochwasserentlastung überflutet und dadurch zerstört. In den Jahren 2005 und 2006 wurde der Damm zunächst in seiner ursprünglichen Höhe wieder hergestellt. Für seine Erweiterung muss der Damm nun von knapp zehn auf mehr als 28 Meter erhöht werden. Die Kronenlänge des entstehenden Dammes wird 184 Meter betragen. Die vorhandene Kreisstraße K9026 zwischen Johnsbach und Glashütte wird auf einer Länge von 790 Metern durch einen Neubau ersetzt. Sie wird künftig über den Damm des Hochwasserrückhaltebeckens führen.
Kupfer betonte, dass der Bau Ergebnis einer Abwägung aller Interessen sei. „Die Erweiterung des Hochwasserrückhaltebeckens rechnet sich schon allein in der Stadt Glashütte“, so der Minister. „Den Baukosten von rund 10 Millionen Euro stehen vermiedene Schäden von 20 Millionen Euro gegenüber, die ein einhundertjährliches Hochwasser allein hier verursachen würde. Hinzu kommen Schäden, die durch die Wirkung des Beckens an den Orten entlang der Müglitz bis hin zur Mündung in die Elbe verhindert werden können“. Das künftige Becken sei deshalb unverzichtbarer Teil des komplexen Hochwasserschutzsystems für das Müglitztal. „Diesen Schutz hat der Freistaat den Menschen nach der Flut 2002 versprochen. Beeinträchtigungen, vor allem für die Natur, werden selbstverständlich ausgeglichen. Dazu gehören die Entwicklung von Trockenbiotopen, die Renaturierung mehrerer Teiche sowie Aufforstungen“.
Ausdrücklich lobte Kupfer die konstruktive Zusammenarbeit der Genehmigungsbehörden sowie der Stadt Glashütte mit der Landestalsperrenverwaltung als Bauherr des künftigen Beckens. „Wenn das überall so wäre, kämen wir beim Hochwasserschutz in Sachsen schneller voran. Leider ist das nicht überall der Fall“, so der Minister abschließend.
Pressemitteilung Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, 26.03.2010