Großer Garten – Dresdens grüne Lunge

Bericht aus dem Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe Mai-Juni 2010

Einfach herrlich – an einem warmen Frühsommertag auf den riesigen Wiesen des Großen Gartens zu entspannen, Frisbee zu spielen, mit Freunden zu picknicken oder die schnurgeraden Alleen mit den Rollerblades entlang zu düsen.

Der Große Garten als “grüne Lunge von ” wird heute für die unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten genutzt. Den Architektur- und Kunstinteressierten locken Palais, Teich und zahlreiche Figurengruppen, den Botanikliebhaber der großartige Baumbestand sowie die kunstvoll angelegten Parkanlagen und den Tierliebhaber Eichhörnchen & Co. Nicht zuletzt die Parkeisenbahn, das Sonnenhäusel und der Zoo locken auch die Kleinsten in die grüne Oase.

Schauen wir doch ein wenig in die Geschichte zurück: Mit dem Ankauf von Feldern zwischen Strehlen, Gruna und der Pirnaischen Vorstadt wurde sozusagen der Grundstein für den Park gelegt. So entstand hier ab 1678 ein Lustgarten.

Unter August dem Starken erfuhr der Park einen wesentlichen Ausbau. Er wurde Ort für großartige höfische Festlichkeiten. Der Park wurde erweitert, der Palaisteich entstand, die Anlage wurde mit Statuen ausgestattet.  Nochmalige Umgestaltungen erfuhr der Garten ab 1814. Er wurde im Stil der englischen Gärten zu einem Volkspark entwickelt, wobei barocke Elemente immer erhalten blieben.

Eine weitere bedeutende Epoche begann in der zweiten hälfte des 19. Jahrhunderts mit Carl Friedrich Bouché. Neuteich und Carolasee entstanden – hier eröffnete 1895 das Carolaschlösschen – 1861 wurde der Zoologische Garten vom Areal abgetrennt, 1893 der Botanische Garten eröffnet. Mit Errichtung des Ausstellungsgeländes am heutigen Straßburger Platz verlor der Park noch einmal an Fläche.

Die Zerstörungen des 13. Februar 1945 und folgende gingen auch am Großen Garten nicht spurlos vorbei. U.a. das Palais wurde dabei komplett zerstört.

Zu DDR-Zeiten erfolgte der weitere Ausbau des Gartens. 1950 eröffnete man die Parkeisenbahn, 1955 war das Puppentheater Sonnenhäusel fertiggestellt und drei Jahre später die “Jungen Garde” – eine Freilichtbühne, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Der Mosaikbrunnen

Etwas versteckt, in der Nähe von Torwirtschaft und Hauptallee befindet sich der 1926 von Hans Poelzig entworfene Mosaikbrunnen. Eigentlich sollte der Brunnen nur im Rahmen der Gartenbauausstellung aufgestellt  werden. Die Dresdner mochten das Kunstwerk jedoch so sehr, dass es einen dauerhaften Platz bekam. Das Wasser fällt über kelchförmige Kaskaden in ein Becken, das ebenfalls an florale Formen erinnert. Nachdem der  Brunnen mit den Jahren immer mehr zerviel, musste in den 1980iger Jahren über Abriss oder Restaurierung entschieden werden. Glücklicherweise setzte man die Sanierung durch, welche bis 1994 andauerte. Auf einer der umstehenden Bänke, in der Abgeschiedenheit des Rondells, lässt sich beim leisen Plätschern des Wassers herrlich entspannen. Ein Highlight für Romantiker: der Brunnen wird an Sommerabenden durch  Unterwasserbeleuchtung in Szene gesetzt.

Die Junge Garde

Auf dem Areal einer ehemaligen Kiesgrube wurde ab 1954 die Freilichtbühne in Form eines Amphitheaters errichtet. Die Gebäude im Eingangs- und hinteren Bühnenbereich erinnern mit ihren Bögen, dem Sandstein und  den geschwungenen Dächern ein wenig an Schloss Pillnitz. Auf den Traversen finden knapp 5.000 Gäste Platz. Die Junge Garde ist Ort für die unterschiedlichsten Veranstaltungen von Familienprogrammen bis zu  Rockkonzerten. Sogar Filme wurden hier schon gezeigt.