Wieviel “Neu Historisches” braucht Dresden?
Neumarkt und Frauenkirche:
In unserer Redaktion ist in den letzten Wochen ein Streit ausgebrochen: Wieviel “Neu Historisches” braucht Dresden?
Gemeint ist damit unter anderem der Neumarkt, rund um die Frauenkirche. Zum einen ist dieser Platz in den letzten Jahren liebevoll und detailgetreu und mit großem Engagement nach historischem Vorbild wieder entstanden. Viele Dresdner und Touristen erhalten nur so einen Eindruck, wie wunderschön Dresden vor seiner Zerstörung einmal gewesen sein muss und nicht wenige werden beim Anblick der Häuser noch mehr Bedauern, was im Februar 1945 alles zerstört wurde.
Zum anderen sieht man den Gebäuden an, dass sie neu errichtet wurden, dass sie noch nicht “gelebt” haben. In ihnen entstanden eben – wie sollte auch – noch keine kleinen und großen Lebensgeschichten, wie es von außen den Anschein haben soll. Sollte man Vergangenes in dieser Art wieder auferstehen lassen? Oder hat nicht jede Zeit seine Gebäude und Architektur? Sollte man loslassen und sich auf neues Besinnen? Und wo bleibt, bei dieser Art Geschichtsverklärtheit unsere Zeit, wo bleiben wir?
Also, was meinen Sie: Ist der Wiederaufbau nach historischen Gesichtspunkten (und wir meinen nicht den Erhalt historischer Gebäude, den wir einhellig für erstrebenswert und wichtig erachten) wünschenswert oder nur ein “Disneyland” für Touristen?
Am 28. April 2009 - Veröffentlicht in: In Dresden
daniel (3 comments) 08. Mai 2009 20:07 :
Sicherlich hat jede Zeit seine Architektur und auch in so einer historischen Stadt wie Dresden hat moderne Architektur seinen berechtigten Platz. Allerdings sollte die Stadt es aber schon vermeiden, Gebäude und Stile bunt durcheinander zu würfeln. Stellt euch nur einmal vor am Neumarkt würde ein hypermoderne Glas/Stahlpalast gebaut. Ich denke man sollte zumindest in begrenzten Arealen auf eine abgestimmte Architektur achten und keinen beliebigen Mix zusammenzaubern.
admin (8 comments) 08. Mai 2009 21:32 :
da bist Du zumindest mit dem anderen Teil unserer Redaktion einer Meinung
. Sicherlich ist es ein Spagat und erst recht in einer Stadt wie Dresden. Aber hat nicht gerade Gegensätzliches – neu zu alt – wie es beispielsweise in Berlin oft gut gelungen ist, seinen Reiz? Viele Grüße!!
so (3 comments) 27. Mai 2009 15:01 :
die Bebauung des Neumarktes ist durchaus stilsicher aber es es durchaus ein Streitpunkt ob es so notwendigist… Ich fande schon den Wiederaufbau der Frauenkirche fraglich aber okay sie steht jetzt neu da und sieht schick aus. dass mann die nähere Umgebung etwas anpasst ist auch in Ordnung aber das man komplett eine gekünstelte alte Umgebung schafft finde ich nicht so passend. Die Zeit ist vorbei wir sind in 2009 warum nicht doch noch einige moderne Elemente mit einfügen die den Platz beleben? Es fehlt auf alle Fälle ein Brunnen und etwas grün was den Platz beleben würde. Auch hat die Vergangenheit gezeigt, dass der Platz vor der Frauenkirche sehr gut geeignet ist für Konzerte und Veranstaltungen. Dies sollte man weiter pflegen und mehr nutzen. Aber bitte nicht verkitschen.
Das noch immer an der Weiterentwicklung des Neumarktes festgehalten wird ist auch etwas störend. Soll man wirklich auf Krampf dieses Areal detailgerecht wieder herstellen?? Die Infrastruktur ist nun mal so gewachsen und es passt..
Aber wir wissen ja in Dresden brauchen Entscheidungen ewig.
Lisa (1 comments) 02. Juni 2009 09:08 :
Solange die Stadt ihren historischen Charme nicht ganz verliert, sind moderne Elemente sicher auch im Bereich des Neumarkts völlig okay. So ist der Wandel der Zeit. Trotzdem ist der Wiederaufbau historischer Gebäude wünschenswert. Denn auch wieder aufgebaut sind diese Gebäude meist immer noch ein Magnet für Bewohner und Touristen.
daniel (3 comments) 15. Juni 2009 11:45 :
Wie “so” schon schreibt: Bäume und Grün fehlen in Dresden irgendwie schon. Wenn ich mir so den Postplatz ansehe, dann haben die Planer dort irgendwie schon die Bepflanzung komplett vergessen. Ich kann ehrlich nicht verstehen, wieso auf solchen großen Plätzen nicht ausreichend Bäume gesetzt werden. Viele Städte und Touristen würden sich über die Schattenspender freuen.
Möglicherweise ist es aber auch so gewollt, damit die Leute zum Ausruhen und Abkühlen in die Konsumtempel gehen und dort nebenbei gleich noch etwas Geld ausgeben….hm könnte glatt eine Verschwörungstheorie werden
Sonne (1 comments) 16. Juni 2009 23:41 :
Mir fehlen auch die Bäume und die darunter stehenden Bänke, auf denen man verweilen kann…
Aber mal ehrlich, gibt es z.B. am Markusplatz Bäume?
Sicher, mit Grün und auch mit Wasser (Brunnen etc.) lässt sich sofort viel Lebendigkeit schaffen – aber über die Lebendigkeit eines Platzes allein entscheidet dies nicht allein.
Die historischen Fassaden finde ich toll – schade nur, dass man nur die Gastronomie und nicht die in den Bürgerhäuser befindlichen Geschäfte sieht. Hier ist es wohl eine Gratwanderung zwischen Funktionalität und Aufbau im historischen Stil.
Für mich ist der Neumarkt schön, mit jeder Menge Potenzial …
was wir nicht vergessen dürfen: er lag über Jahrzehnte brach – mit einer Ruine in der Mitte. Es ist deshalb wohl auch schwierig, die Generation heute, die den Platz nur als Parkplatz mit Ruine kannte – wieder als lebendigen Platz nicht nur für die Wochenendbesuche der Freunde aus dem Rest Deutschlands, sondern für sich selbst genutzten Platz mit Cafe-Besuchen, zum Shoppen, für ein Konzert in den Alltag zu integrieren.
Ich bin Fan vom Neumarkt und regelmäßiger Gast in einem der für mich schönsten Cafes in Dresden (am Neumarkt
.
Redaktion (87 comments) 01. September 2009 15:22 :
Beitrag zur Geschichte und zum Wiederaufbau des Dresdner Neumarkts
weiterlesen: http://www.die-infoseiten.de/neumarkt-dresden/