Lößnitzgrundbahn – auf schmaler Spur durchs Sächsische Elbland
Bericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe September/Oktober 2009
Seit 1884 nun geht der Lößnitzdackel, wie die Lößnitzgrundbahn liebevoll genannt wird, auf die Reise zwischen Radebeul Ost und Radeburg, passiert dabei so manches Kleinod der sächsischen Kulturlandschaft.
Vorbei an den Radebeuler Weinhängen mit dem markanten Spitzhaus, dem Bismarckturm und zahlreichen Weingütern geht es in den kühlen, romantischen Lößnitzgrund, der der Bahn ihren Namen gab.
Weiter geht es: vorbei am Steinbruch und dem Bilz-Bad, dem ersten Licht-Luft-Bad Deutschlands. Der Lößnitzbach begleitet plätschernd den schlängelnden Kurs der Eisenbahn. Später erreicht der Zug eine Besonderheit der Strecke – den Dippelsdorfer Damm. Auf 21 0 m quert die Bahn den Dippelsdorfer Teich fast mittig und gelangt so nach Moritzburg. Die Fahrt endet schließlich im gemütlichen Städtchen Radeburg, dem Geburtsort des Malers Heinrich Zille.
Alles begann während der sogenannten Gründerjahre in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Fabriken wie Pilze aus dem Boden schossen, die ersten Eisenbahnlinien das Sächsische Königreich mit fernen Städten verband und das Eisenbahnnetz immer dichter wurde. So legte denn die Sächsische Regierung im Jahr 1881 einen Plan zum Bau einer Sekundärbahn von Radebeul durch den Lößnitzgrund über Moritzburg nach Radeburg vor. Auf schmaler Spur wollte man so Industrie, Forst- und Landwirtschaft einen günstigen Anschluss nach Dresden bieten. Mit dieser Art des Baus, konnte fast die Hälfte der sonstigen Baukosten gespart und zudem noch mit vertretbarem Aufwand in schwierigem Gelände effektiv baut werden.
Nachdem im Oktober 1883 mit dem Bau begonnen wurde, konnten unsere Vorfahren bereits ein knappes Jahr später – nämlich am 16. September 1884 – die Strecke eröffnen. Sie war die dritte Schmalspurbahn in Sachsen.
Bald darauf entdeckten die Sommerfrischler die Bahn für sich und zogen mit Kind und Kegel hinaus ins Grüne. Anfangs wurde die Bahn zumeist für den landwirtschaftlichen Güterverkehr genutzt, nach und nach kamen zahlreiche andere Waren, wie z.B. für das ehemalige Elektrizitätswerk im Lößnitzgrund, dazu. So entwickelte sich die Schmalspurstrecke zu einer der rentabelsten dieser Zeit. Nach Ende des zweiten Weltkrieges war auch hier der Verkehr komplett zusammen gebrochen und gar bis 1949 galt ein verkürzter Fahrplan. In den 1950iger Jahren rollte es wieder. 28 Personenzüge prusteten täglich die Strecke entlang, der Höhepunkt der Personenbeförderung. Später, Autofahren war schick und bequem und auch der Güterverkehr verlagerte sich mehr und mehr auf die Straße, stand die Schmalspurbahn kurz vor dem Aus. Erst 1975 entschied das Verkehrsministerium, die Bahn als Touristikbahn zu erhalten.
Technisches zusammengefasst:
- Die Strecke verläuft von Radebeul über Moritzburg nach Radeburg.
- Streckenlänge: 16,55 km
- Spurweite: 750 mm
- Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h
- Stationen: 11
- Besonderheit: quert Dippelsdorfer Teich über 210m langen Damm
Quelle: www.loessnitzgrundbahn.de
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Historischer Wanderleitfaden – zwischen Lößnitzgrund, Friedewald und Moritzburger Teichgebiet

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Erste reparierte Waggons der Lößnitzgrundbahn kehren zurück
Höhe des Unfallschadens liegt bei etwa 1,5 Millionen Euro
Im Laufe dieser Woche treffen die ersten beiden reparierten Waggons der Lößnitzgrundbahn auf ihrem „Heimatbahnhof“ in Radebeul Ost ein. Sie gehören zu den elf Fahrzeugen, die aufgrund des Unfalls auf der Strecke der Schmalspurbahn am
12. September beschädigt wurden. Nach dem Zusammenstoß kamen alle beteiligten Fahrzeuge in die Werkstätten. „Glücklicherweise können alle Waggons und Loks repariert werden“, sagt der Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) Roland Richter.
Nachdem ein Schadensgutachten für jedes Fahrzeug erstellt wurde, stehe fest, dass die Instandsetzung je Waggon zwischen 20.000 und 150.000 Euro kostet, so Richter weiter.
Die endgültige Schadenssumme der am Unfall beteiligten Lokomotiven 99 1789-9 und Lok 20 der Mansfelder Bergwerksbahn kann erst nach Abschluss der Reparaturen beziffert werden. Insgesamt liegt die Schadenshöhe bei etwa 1,5 Millionen Euro. Beide Loks befinden sich momentan in der Lokomotivwerkstatt Oberwiesenthal der SDG, die Waggons in der Werkstatt Marienberg der BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge. Die Arbeiten werden erst in einigen Monaten abgeschlossen sein. Dennoch ist der fahrplanmäßige Zugbetrieb auf der Lößnitzgrundbahn gesichert. Momentan ist die Strecke zwischen Radebeul Ost,
Moritzburg und Radeburg aufgrund der jährlichen Wartungsarbeiten gesperrt. Bis zum 20. November 2009 gibt es Schienenersatzverkehr mit Bussen.
Presseinformation des VVO vom 04.11.2009
Presseinformation des VVO vom 13.09.2009:
Schweres Zugunglück im Lößnitzgrund – 52 Verletze, Jubiläum sofort abgesagt
Eigentlich sollte es anlässlich des Jubiläums zu 125 Lößnitzgrundbahn ein fröhliches Volksfest werden. Mit großem Festprogramm für Familien und Schmalspurfans. Ein besonderer Höhepunkt war für den Sonnabendabend mit Dampflokglühen und Feuerwerk geplant. Dazu kam es allerdings nicht mehr. Die Feierlichkeiten standen unter einem schlechten Stern, denn bereits am Nachmittag prallte ein Pkw-Fahrer in Radebeul mit einem Dampfzug zusammen.
In den frühen Abendstunden kam es dann auf dem einspurigen Streckenabschnitt zwischen Friedewald und Friedewald Bad zu einer Frontalkollision zweier historischer Dampfzüge. Dabei wurden nach bisherigen Angaben 52 Besucher verletzt, unter ihnen auch sieben Kinder. Vier Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten. Alle Verletzen wurden dank des sofortigen Einsatzes von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Polizei in umliegende Krankenhäuser gebracht. Bis auf eine Person konnten inzwischen alle Verletzen wieder aus den Krankenhäusern entlassen werden. Allen Verunglückten geht es den Umständen entsprechend wieder gut. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren etwa 250 Menschen mit den beiden Zügen unterwegs.
Arndt Steinbach Landrat des Landkreises Meißen und Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberelbe (Z-VOE) hat sich noch am Abend vor Ort vom Ablauf der Rettungsarbeiten unterrichten lassen. Arndt Steinbach: „Ich danke allen beteiligten Rettungskräften für den lehrbuchmäßigen Ablauf der Hilfsmaßnahmen und ihren Einsatz für die Betroffenen dieses Notfalls.“ Er und Roland Richter, Geschäftsführer der Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) haben am heutigen Sonntag die Betroffenen in den Dresdner Krankenhäusern besucht und Ihnen Ihr Mitgefühl ausgesprochen.
Bei dem Zusammenstoß wurden die beiden historischen Dampfloks schwer beschädigt. Leider ist auch die aus dem Mansfelder Land extra für das Fest herbeigebrachte Lok stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch an den Waggons, von denen fünf entgleisten, entstand teils erheblicher Sachschaden. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch unklar und wird derzeit durch die Ermittlungsbehörden untersucht.
Derzeit arbeiten SDG, SOEG (Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft) und der Traditionsbahn Radebeul e. V. mit den Hilfskräften Hand in Hand, um die Schäden in dem teils unwegsamen Gelände des Lößnitzgrundes schnellstmöglich zu beseitigen. Alle Fahrzeuge sollen bis zum Montag geborgen werden. Aufgrund der umfangreichen Arbeiten wird die Strecke noch bis mindestens Dienstag gesperrt bleiben. Für die planmäßigen Fahrten wird es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben.
Das Fest wurde nach der Kollision abgebrochen. Auch am heutigen Sonntag fanden keine Veranstaltungen rund um das 125-jähige Jubiläum statt.
Alle Beteiligten wollen die Lößnitzgrundbahn schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen, damit sie den täglichen Pendlern, Schülern und Touristen zur Verfügung steht.
Weitere Informationen zum Fortgang der Räumungsarbeiten und zur Wiederaufnahme des Betriebes wird der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) auf seiner Homepage unter vvo-online.de veröffentlichen. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird ebenso durch den VVO koordiniert.
Am 12. und 13. September 2009 wird der Streckengeburtstag mit bunten Familienprogrammen
auf den Festgeländen in Radebeul Ost, Moritzburg und Radeburg sowie vielen Sonderzügen zünftig gefeiert. Neben den Lokomotiven VII K und IV K Nr. 176 wird u.a. auch eine Gastlok der Mansfelder Bergwerksbahn von 1955 zu bestaunen sein. In Radebeul Ost werden schmalspurige Schienen- und Nebenfahrzeuge ausgestellt, was am Samstag Abend mit einem Dampflokglühen seinen Höhepunkt findet.
Die Besucher von Radeburg erwartet u.a. ein Oldtimerbus, der zu einer Rundfahrt durch die Zillestadt einlädt und in Moritzburg ist Sherlock Holmes mit unvergleichlichem Kriminalistenschafsinn unterwegs.
Komplettes Programm und weitere Infos: loessnitzgrundbahn.de