Der Neumarkt – Dresdens neue alte Mitte
Bericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe Oktober-November 2009
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| Daphne & Doris entdecken den Neumarkt – © Anja Tittel www.anys.de |
Kein anderes Gebäude der Stadt steht mit größerer Symbolkraft für Dresden als die wieder aufgebaute Frauenkirche, wohl keine andere Weihe wurde mit größerer Emotionalität begangen wie die des Wahrzeichens im Jahr 2005. Und kein anderer Ort in Dresden hat die Gemüter der Bewohner und Gäste so berührt wie das Areal rund um den Neumarkt. So entstand hier in den vergangenen Jahren ein neues Viertel – der Neumarkt mit angrenzenden Gassen – nach historischem Vorbild, aber durchaus auch mit modernen, sich in die historische Baustruktur eingliedernden Elementen. Auch wenn die letzte Baustelle längst noch nicht abgeschlossen ist und Kritiker das großartige Potential des Platzes noch nicht genügend ausgenutzt sehen, hat die Stadt endlich wieder, was ihr lange Zeit fehlte: eine neue, alte Mitte.
Die sogenannte “gute Stube Dresdens”, von der uns unsere Großeltern mit einer Faszination erzählten, die unsere Generation wegen der Tristheit des unbebauten Platzes lange nicht nachvollziehen konnte. Eine Faszination, die für uns nun, mit Blick auf das neu Entstandene, aber nachvollziehbar wird. Die Entwicklung des Areals ist längst nicht abgeschlossen und es wird spannend sein, sie in den nächsten Jahren mit zu gestalten und zu verfolgen.
Bemerkenswerter Wiederaufbau
Mit unglaublicher Liebe zum Detail wurden die Frauenkirche und die Gebäude ringsum neu errichtet. Da sind beispielsweise die für Dresdner Bürgerhäuser typischen Mansardendächer, oder den Trümmern entrissene Ornamente, die nun in den Neubauten integriert wurden und viele andere Einzelheiten, deren vollständige Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde.
Achten Sie doch bei Ihrem nächsten Bummel über den Neumarkt einmal auf folgende Details:
Frauenkirche
Hinlänglich bekannt ist, dass beim Wiederaufbau der Frauenkirche alte Steine sowie die verbliebenden Ruinenteile mit integriert wurden. Betrachtet man aus Richtung Salzgasse den erhalten gebliebenen Choranbau, sieht man einen Riss gleich einer Wunde, der, natürlich statisch gesichert, auch zukünftig mahnen und erinnern soll.
Das Kinderfries
Am Erker der Schützresidenz wurde das um 1535 entstandene Kinderfries wieder hergerichtet. Das Haus erhielt seinen Namen von Komponist Heinrich Schütz, der im 17. Jahrhundert hier wohnte. Das Fries wurde 1945 aus den Trümmern gerettet und zierte seit 1960, in Teile zerlegt, das Geschäftshaus Gewandhausgasse / Ecke Ringstraße. Nun sind die sandsteinernen Kinder an ihren ursprünglichen Bestimmungsort Frauenstraße / Ecke Neumarkt zurück gekehrt.
Salomonisapotheke
Am Neumarkt / Ecke Landhausstraße befand sich die Salomonisapotheke von Friedrich Adolf Struve – Erfinder des künstlichen Mineralwassers (s.a. Ausgabe Januar- Februar 2009). Für einige Monate arbeitete hier auch Theodor Fontane als Apothekergeselle. Das Gebäude entstand nach altem Vorbild neu. Die Hausecke Landhausstraße ziert, wie damals, das Abbild des Königs Salomon. Hierbei handelt es sich allerdings um eine Kopie. Das aus Trümmerschutt geborgene und lange verschollene Original befindet sich im Innenbereich.
Der Krellbrunnen
ist benannt nach dem kurfürstlich-sächsischen Kanzler Nikolaus Krell – sprudelt heute An der Frauenkirche 16/17 im Innenhof. Einst hatte er in der Moritzstraße sein zu Hause. Vom Original waren die Reliefplatten erhalten, die aufwändig rekonstruiert wurden. Das Wasserbecken wurde nach historischem Vorbild neu gebaut. Nikolaus Krell war Kanzler unter Kurfürst Christian I. von Sachsen. Als Anhänger des sogenannten Calvinismus wurde er nach jahrelanger Festungshaft auf Königstein im Jahr 1601 auf dem Neumarkt hingerichtet.
Köhlersches Haus
Das Gebäude Frauengasse 14 wurde im 18. Jahrhundert für den Weinbergbesitzer und Weinhändler Johann Köhler erbaut. Köhler wohnte hier und hatte selbst einen Weinausschank im Haus. Es zierte ein reich dekoriertes Portal, das die Arbeit im Weinberg versinnbildlichte. Die Figur in der Mitte hat einen Kopf mit zwei Gesichtern. Er stellt Herbst und Erntezeit (alter Mann) auf der linken Seite sowie Frühjahr und Aussaat (junge Frau) auf der rechten Seite dar. Der größte Teil des Portals musste neu gestaltet werden. Aber auch hier konnten erhaltene Stücke mit eingearbeitet werden. Sehr schön: diese Stücke sind farblich anders gestaltet und somit für den Betrachter erkennbar.
Erkerrelief Rampische Straße 1
1716/17 wurde das repräsentative Eckhaus mit den über zwei Geschosse reichenden Erker erbaut. Die zahlreichen Stuckornamente wurden wieder neu angefertigt. Außer eines: Das große sandsteinerne Frauenkopfmotiv unterhalb des Balkons ist ebenfalls ein original erhaltenes Schmuckelement. An den Seiten wurde es der Fassade angepasst. Die Zeit bis zu seiner Rückkehr an die Fassade überdauerte das wertvolle Stück im Durchgang Neustädter Markt zur Rähnitzgasse.
Ein Bummel über den Neumarkt im Jahr 1927
Im folgenden wird ein Textauszug aus “Woerl´s Reisehandbücher – Dresden” von 1927 zu einem Spaziergang über den Neumarkt zitiert. Begleiten wir den Autor gedanklich über den heutigen Platz:
“… Durch die Landhausstraße am burgartigen, mit Rundtürmen geschmücken … Hauptpolizei-Amt … vorbei nach dem Neumarkt. Hier fällt zunächst die gewaltige Kuppel der Frauenkirche … auf, eines mächtigen Domes großartiger Wirkung. Die Kirche wurde 1726 – 1738 von Bähr erbaut und ist ein Meisterwerk feuerfesten Kirchenbaues. Bei der Beschießung im Jahre 1760 bewährte sich Bährs Werk aufs glänzendste; die Kugeln prallten ohnmächtig am Steinpanzer der gewaltigen Kuppel ab. Von der 95 m hohen Laterne herrlicher Überblick über Stadt und Umgebung. … Vor der Frauenkirche steht das am 31 . Oktober 1885 enthüllte Lutherdenkmal …; ferner in der Nähe das zum Andenken an den 1854 auf einer Reise durch Tirol verunglückten König Friedrich August II. im Jahre 1866 errichtete Standbild … Hinter der Frauenkirche das Coselsche Palais aus dem 18. Jahrh., mit reizvoller Hofanlage. Ecke der Frauenstraße ein aus dem 16. Jahrh. stammender Erker …, Frauenstraße Nr. 14 schönes Portal mit reliefartigen, auf den Weinbau hinweisenden Verzierungen … An der Nordseite des Neumarktes steht das Museum Johanneum …, das 1586 – 1588 erbaut worden ist … Die Außenseite des “langen Stalles”, nach der Augustusstraße zu, war von 1876 bis 1906 mit dem von W. Walther ausgeführten Sgraffitofries “Fürstenzug”, alle Wettiner von Konrad dem Großen bis König Georg darstellend, geziert; infolge der Beschädigung der Wandmalerei durch Witterungseinflüsse wurde diese entfernt und durch eine Erneuerung auf Meißner Porzellanfliesen ersetzt. …”
Am 06. November 2009 - Veröffentlicht in: Am Elberadweg, Geschichte Dresden, In Dresden


Redaktion (87 comments) 02. September 2009 15:20 :
Diskussionsforum zum Neumarkt
weiterlesen: http://www.die-infoseiten.de/historisches-dresden-frauenkirche-neumarkt/
Redaktion (87 comments) 14. September 2009 16:25 :
Ausstellung „Neumarkt Dresden – Ideen für ein neues Zentrum“
„Es gibt kein Vergangenes,
das man zurücksehnen dürfte;
es gibt nur ein ewig Neues,
das sich auf den erweiterten Elementen
des Vergangenen gestaltet,
und die echte Sehnsucht
muß stets produktiv sein,
ein neues Beßres erschaffen.“
Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe steht am Beginn der neuen Ausstellung „Neumarkt Dresden – Ideen für ein neues Zentrum“ des Stadtplanungsamtes. Baubürgermeister Marx eröffnet die Ausstellung am Donnerstag, 17. September, 11 Uhr, am Neumarkt auf dem Gewandhausgrundstück. Sie informiert über die Geschichte des Platzes von den Anfängen bis zur Zerstörung 1945, über die Planung von 1945 bis 2000 und über die aktuelle Entwicklung. Grundlage für die Entwicklung des Neumarktes ist das „städtebaulich gestalterische Konzept“. Darin ist festgelegt, welche Gebäude als so genannte Leitbauten und Leitfassaden wieder errichtet werden sollen und wo neue Gebäude entstehen können. Darüber hinaus gibt es ein Konzept zur Farbgestaltung. Beispielhaft wird in der Ausstellung erläutert, wie die Planung in den Quartieren umgesetzt wurde.
Die Ausstellung widmet sich auch der zeitgenössischen Architektur auf dem Neumarkt und den damit verbundenen Wettbewerben. Es geht außerdem um die Fläche des ehemaligen Gewandhauses und die kontroverse Diskussion über zeitgenössische Architektur.
Geplant ist, die Ausstellung auch an weiteren Orten zu zeigen.
aus dem Newsletter der Landeshauptstadt Dresden vom 12.09.2009
Redaktion (87 comments) 22. September 2009 12:08 :
Brandschäden im Dresdner Stallhof sind beseitigt – dem Historischen Weihnachtsmarkt steht nichts im Wege
Nun sind auch die letzten Maler- und Reinigungsarbeiten im Stallhof erledigt und Anfang Oktober kommen die Geweihtrophäen wieder an ihren angestammten Platz.
Bei einem Brand während des historischen Weihnachtsmarktes am 17.12.2007 wurden Teile des Langen Ganges beschädigt. Lange dauerten die Schadensaufnahme und deren Auswertung. Im September 2008 hatten die Bauarbeiten begonnen, mussten aufgrund winterlicher Witterung unterbrochen werden und wurden im März 2009 wieder aufgenommen.
Die Sanierungsarbeiten gestalteten sich sehr aufwändig, der Ruß stellte dabei eine große Herausforderung für die Arbeiter dar.
Bis Ende November, dem Beginn des Weihnachtsmarktes im Stallhof, werden gleich noch einige andere Baumaßnahmen erledigt:
- Erneuerung des Fußbodens im Hof
- Schaffung von Flucht- und Rettungswegen
- Installation einer Beleuchtung
- Instandsetzung der 1586 bis 1588 durch Baumeister Paul Buchner errichteten Pferdeschwämme
Redaktion (87 comments) 21. Mai 2010 11:30 :
Dresdner Debatte: Wie wird der Neumarkt ein Platz für die Dresdner?
Öffentlicher Dialog zur Stadtentwicklung in Dresden startet am 8. Juni
Mit der Dresdner Debatte startet am 8. Juni eine neue Form des offenen und öffentlichen Dialogs zur aktuellen Entwicklung in der Stadt zwischen Bürgern, Politik und Stadtplanung. Instrumente der Bürgerbeteiligung sind ein moderierter Online-Dialog im Internet, eine Info-Box am Ort des Geschehens und themenorientierte Veranstaltungen. Den Auftakt bildet am 8. Juni der Neumarkt mit der Frage: „Wie wird der Neumarkt ein Platz für die Dresdner?“. Andere städtebaulich bedeutsame Projekte werden folgen.
In Dresden wird immer diskutiert. Besonders über Stadtentwicklung und Architektur. Die Zukunft der eigenen Stadt liegt den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen. Doch reine Pro-Contra-Auseinandersetzungen werden den komplexen Problemen selten gerecht. Nur im Austausch entsteht Verständnis. Dabei sind nicht der Konsens erstes Ziel, sondern die Reflexion, das Öffnen von Handlungsspielräumen und das Abbauen von klassischem Konfliktpotenzial. Hier setzt die Dresdner Debatte an.
Erstes Thema: Der Neumarkt – 8. Juni bis 8. Juli 2010
„Der Neumarkt war und ist der identitätsstiftende Mittelpunkt Dresdens. Der Wiederaufbau der Frauenkirche wurde weltweit verfolgt, die Entwicklung des Areals wird kontinuierlich von verschiedenen Experten- und Bevölkerungsgruppen diskutiert. Dieser Ort ist prädestiniert für den Auftakt für die Dresdner Debatte“, sagt Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Für den Dialog im Internet wird am 8. Juni eine Internetseite frei geschaltet. Hier können sich Interessierte über die Planungen am Neumarkt informieren und zu Wort melden. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, ihre Ideen zur Nutzung des Neumarkts im Internet vorzustellen. Die veröffentlichten Beiträge werden moderiert und können kommentiert werden. Eine Umfrage spürt den Gründen nach, warum der Platz oft oder selten besucht wird. Hinweise oder Fragen zu Prozess und Verfahren können gestellt werden.
Eine Info-Box mit einem Internetterminal steht im Aktionszeitraum auf dem Dresdner Neumarkt und ist mit Fachleuten des Stadtplanungsamtes besetzt. Sie geben Auskunft über die Vorhaben am Platz, informieren über den Online-Dialog und nehmen Anregungen entgegen.
Die Ergebnisse des Dialogs werden ausgewertet, dokumentiert und in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung, voraussichtlich Anfang September, vorgestellt. Sie fließen in die Erarbeitung möglicher Anforderungen für Grundstücksausschreibungen und Bebauungspläne ein.
Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 21.05.2010
Redaktion (87 comments) 01. Juni 2010 12:38 :
Dresdner Debatte zum Neumarkt startet am 8. Juni
Aufbau der Info-Box am 2. Juni
Wer am kommenden Mittwoch, dem 2. Juni auf dem Dresdner Neumarkt spazieren geht, kann die Installation der Info-Box für die Dresdner Debatte beobachten. Am Dienstag, 8. Juni startet in der Info-Box ein Dialog über die Frage: „Wie wird der Neumarkt ein Platz für die Dresdner“. Die Dresdner Debatte ist eine neue Form des offenen und öffentlichen Dialogs zur aktuellen Entwicklung in der Stadt zwischen Bürgern, Politik und Stadtplanung. Neben der Kommunikation vor Ort in der Info-Box gibt es einen moderierten Online-Dialog im Internet und themenorientierte Veranstaltungen.
Bis zum 8. Juli 2010 läuft die Debatte zum Dresdner Neumarkt. Ist das Internet natürlich immer präsent, kann in der Info-Box von Montag bis Freitag zwischen 14 Uhr und 18 Uhr mit Fachleuten des Stadtplanungsamtes diskutiert werden. Hier kann man sich außerdem über die Beiträge im Internet informieren oder selbst im Netz zum Thema kommunizieren.
Für den Dialog im Internet wird am 8. Juni die Seite http://www.dresdner-debatte.de frei geschaltet. Hier können sich Interessierte über die Planungen am Neumarkt informieren und zu Wort melden. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, ihre Ideen zur Nutzung des Neumarkts im Internet vorzustellen. Eine Umfrage spürt Meinungen und Gründen nach, warum der Platz oft oder selten besucht wird. Hinweise oder Fragen zu Prozess und Verfahren können gestellt werden.
„Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich rege an der Diskussion zu beteiligen. Die Ergebnisse des Dialogs werden ausgewertet, dokumentiert und im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung Anfang Herbst 2010 vorgestellt. Sie fließen in die Erarbeitung von Ausschreibungen und Bebauungsplänen ein.“, so Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Die Dresdner Debatte ist mit dem Thema Neumarkt nicht am Ende. Andere städtebaulich bedeutsame Projekte, wie z. B. der Neustädter Hafen oder der Verkehrsentwicklungsplan werden folgen. In Dresden wird immer diskutiert. Besonders über Stadtentwicklung und Architektur. Die Zukunft der eigenen Stadt liegt den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen. Doch reine Pro-Contra-Auseinandersetzungen werden den komplexen Problemen selten gerecht. Nur im Austausch entsteht Verständnis. Dabei sind nicht der Konsens erstes Ziel, sondern die Reflexion, das Öffnen von Handlungsspielräumen und das Abbauen von klassischem Konfliktpotenzial. Hier setzt die Dresdner Debatte an.
Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 01.06.2010
Zabel, Manfred (1 comments) 08. Juni 2010 11:51 :
Ich meine, der neumarkt sollte so bleiben, wie ihn die letzten Könige beließen, also ohne bebauten Gewandhausareal. Eine begrünte Fläche mit Sitzmöglichkeiten kann ich mir dort gut vorsztellen, jedoch keine hohen Bäume. Die Könige hatten sicher einen guten grund diese Fläche frei zu lassen, es macht diesen Mittelpunkt Dresdens größer, was auch dem Strizelmarkt gut tut und der belüftung der Stadt (Stadtklima) Auch kommt das Johaneum besser zur Geltung. Ich meine. der platz ist schöner und nicht so “zugebaut”, wenn diese Fläche relativ frei bleibt, also begrünt und der Erholung gewidmet.
Patricio Cabrera (1 comments) 15. Juni 2010 07:59 :
Ich bin Argentinier, 43 Jahre alt und keine Deutscher Abstammung –trotzdem, seit Jahrzenten das Name Dresdens nebem mir geblieben ist. Wenn ich nur 8 Jahre alt war, spielte ich an einem Klavier, den vor dem Krieg in Dresden gebaut wurde. Jahre später lernte ich die reiche Geschichte der Stadt kennen und natürlich auch über die peinliche Ereignisse während des Zweiten Weltkrieges las. Selbst vor der Wende wollte ich nach Dresden reisen um die Reste solche weltweite berühmnte Meisterwerke besuchen zu können. Ich hätte mich damals nie vorgestellt dürfen, dass 25 Jahre später würde man die Stadt ihre originales Gesicht wiedergeben!. Vielleicht klingt’s etwas toll als ich so fern bin, aber es ist mir als ob ein Teil meiner eingenen Stadt wiedergebaut werden wäre… Tausendmal Dank!
Redaktion (87 comments) 29. Juni 2010 12:50 :
Halbzeit der Dresdner Debatte zum Thema Neumarkt
Bis zum 8. Juli ist eine Beteiligung noch möglich
Am 8. Juni startete der öffentliche Dialog zur Stadtentwicklung in Dresden. „Zur Hälfte der Projektlaufzeit zeigt sich deutlich, dass das Angebot zum Debattieren von den Dresdnerinnen und Dresdnern gut angenommen wurde. Das freut mich außerordentlich und ich hoffe davon wird bis zum Ende der Debatte am 8. Juli noch rege gebrauch gemacht. Ich lade herzlich ein, sich weiter zu beteiligen“, so Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Die Internetseite http://www.dresdner-debatte.de verzeichnet bisher 15 412 Zugriffe, 7 539 Besucher und 272 aktive Dialogteilnehmende. 884 Ideen und Kommentare wurden online verfasst.
Vier Themenschwerpunkte haben sich bei den Beiträgen und Vorschlägen zur Entwicklung des Neumarkts bisher herausgebildet: Architektur und Gestaltung, Kultur (Museum, Kunst, Theater), Wohnraum und Gewerbe, Dienstleistungen und Handel.
Einen inhaltlichen Fokus der Online-Diskussion bilden die Beiträge zur architektonischen Gestaltung des Neumarkts. Bei der Debatte sind die in Dresden oft kontroversen Positionen zwischen traditioneller und zeitgenössischer Architektur spürbar. Deutlich werden die verschiedenen Architekturauffassungen und die damit verbundenen Assoziationen. Während sich einige für eine historische Rekonstruktion des Platzes aussprechen, gibt es auch Stimmen, die für eine Gegenwärtigkeit, die sich auch in einem zeitgenössischen Baustil ausdrücken sollte, plädieren.
Den Neumarkt zu begrünen und mit Sitzmöbeln zu versehen sowie temporäre Nutzungen für Märkte und Konzerte zu etablieren ist ein häufig geäußerter Wunsch. Bezahlbarer Wohnraum und spezialisierte Geschäfte, Kunst und Galerien wären ebenfalls Angebote zur Erhöhung der Attraktivität in den Augen einer Reihe von Teilnehmenden.
Die Teilnahme am Online-Dialog ist noch bis zum 8. Juli möglich. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes sind darüber hinaus in der Info-Box am Neumarkt Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr vor Ort.
Im Anschluss an den Online-Dialog werden die Ergebnisse ausgewertet, dokumentiert und in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Sie fließen in die Erarbeitung möglicher Anforderungen für Grundstücksausschreibungen und Bebauungspläne ein.
Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 29.06.2010
Redaktion (87 comments) 12. Juli 2010 10:56 :
Dresdner Debatte zur Nutzung des Neumarktes beendet: Erfolgreiche Bilanz des Online-Dialogs
Vom 8. Juni bis 8. Juli diskutierten Dresdnerinnen und Dresdner in einem moderierten Online-Dialog unter dresdner-debatte.de sowie in einer Infobox über die künftige Nutzung des Neumarktes. Diese Debatte ist nun beendet. Es beginnt die Auswertung.
Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz freut sich über die rege Teilnahme, schließlich sprechen die als 23 000 Zugriffe, 16 000 Besucher sowie 1000 Vorschläge und Kommentare für das Interesse an einem öffentlichen Austausch: „In den letzten Wochen haben sich die Dresdnerinnen und Dresdner eingemischt, Ideen geäußert und eine angeregte Diskussion über die Nutzung des Neumarktes geführt. Dafür bedanke ich mich bei ihnen. Alle Beiträge werden jetzt ausgewertet und sobald dies abgeschlossen ist, wird auf dem Portal ein Abschlussbericht zur Verfügung gestellt.“
Die abgegebenen Vorschläge und Ideen zeigen eine große thematische Bandbreite. Der Themenschwerpunkt mit der stärksten Aufmerksamkeit war „Architektur und Gestaltung“. Der weitaus größte Teil der Nutzer spricht sich für die historische Rekonstruktion des Platzes aus. Gleichzeitig gab es aber auch Stimmen, die eher moderne Akzente setzen wollen. In der Diskussion wurden zudem vermittelnde Sichtweisen zwischen „Alt“ und „Neu“ vertreten. Das Für und Wider einer Bebauung der Gewandhausfläche sowie die Entwicklung und Nutzung der weiteren unbebauten Flächen kamen ebenfalls zur Sprache. Des Weiteren diskutierten die Teilnehmer kontrovers über die Bedeutung des Kulturpalastes für den Neumarkt und bemängelten, dass eine Vernetzung des Platzes mit seiner Umgebung fehle. Einige äußerten sich zudem zur Wohnbebauung an der Wilsdruffer Straße und die fehlende Anbindung mit der südlichen und östlichen Innenstadt. Auch das Fehlen von geeigneten Fahrradparkmöglichkeiten, die Einrichtung von öffentlichen Toiletten oder die Verbesserung der Behindertengerechtigkeit wurden angemerkt.
Viele Beiträge fragen sich, wie der Aufenthalt auf dem Neumarkt angenehmer gestaltet werden könnte. Zahlreiche Ideen kamen zur Begrünung, Beleuchtung oder der Einrichtung mobiler Eventarchitektur. Wasserspiele oder andere Arten von Wasser sowie zum Ambiente passende Sitzmöglichkeiten wünschten sich ebenfalls viele Debattierende. Einige Diskussionsteilnehmer bemängelten, dass sich der Platz im Sommer zu sehr aufheize. Zum Themenschwerpunkt „Kultur“ schlugen einige Wortmeldungen unter anderem vor, den Platz durch mobile oder fest installierte Räume für Ausstellungen und Veranstaltungen zu beleben, so dass sich hier etablierte und junge Künstler gleichermaßen präsentieren können. Im Zeichen der WM stand der Wunsch nach „Public Viewing“. Insbesondere auch jüngere Diskussionsteilnehmer wünschen sich mehr Möglichkeiten zum Ausgehen und Räume für Bandproben.
Auch das Thema „Wohnen“ stand im Mittelpunkt vieler Äußerungen. Bezahlbarer Wohnraum am Neumarkt begünstigt nach Meinung vieler, dass ein lebendiger Platz für die Dresdnerinnen und Dresdner entsteht. Es wird angeregt, im Umfeld des Neumarktes zum einen Raum für Studentenwohnungen zu schaffen und zum anderen Wohnungen altersgerecht auszustatten. Allerdings gibt es Gegenstimmen, die sich auf Grund der Lage vor allem für exklusive Wohnungen aussprechen. Beim Themenkomplex „Gewerbe, Dienstleistungen, Handel“ wird deutlich, dass die Geschäftsstruktur ein Grund dafür ist, dass sich viele Stadtbewohnerinnen und -bewohner selten am Neumarkt aufhalten. Die Struktur sei eher auf Touristen und weniger auf den täglichen Bedarf ausgerichtet. Individuelle Geschäfte, Spezialitätenläden (regionale Produkte, Buchläden, Konfiserien) und eine kleinteilige Parzellierung könnten den Nutzungsmix befördern. Vor allem Lebensmittelgeschäfte vermissen einige der Teilnehmer. Ladengeschäfte größerer Ketten werden aber tendenziell abgelehnt. Daneben gab es Für- und Widerstimmen für Imbisseinrichtungen. Neben den großen Schwerpunktthemen wurden zusätzliche Ideen zur Nutzung formuliert. So wurde angeregt, öffentliche Funktionen an den Neumarkt zu verlegen, zum Beispiel ein Bürgerbüro oder ein Stadtteilhaus für die Altstadt-Bewohner.
Die mehr als 350 aktiven Dialog-Teilnehmer diskutierten intensiv, zum Teil kontrovers, aber überwiegend sehr konstruktiv. Gab es anfangs zumeist separate Statements, kommentierten die Nutzer im Laufe der Debatte die Meinungen der anderen, so dass es zu einer wirklichen Diskussion kam: Den 475 geäußerten Ideen stehen 732 Kommentare gegenüber. Hauptinstrument der Dresdner Debatte war die Online-Plattform. Die Info-Box am Neumarkt ergänzte das Webangebot. Hier konnten Bürgerinnen und Bürger mit den Experten aus dem Stadtplanungsamt ins Gespräch kommen. Gleichzeitig öffnete die Box den Dialog auch für Menschen, die sich nicht im Internet bewegen.
Die zahlreichen Beiträge und Kommentare werden jetzt ausgewertet. Hierzu fand am 1. Juli ein erstes Expertengespräch statt, bei dem Architekten und Hochschullehrer eine erste Evaluation vornahmen. Dabei stand sowohl das Instrument der Dresdner Debatte, mit seinen Möglichkeiten und Grenzen im Fokus als auch die Frage nach dem Umgang und der Relevanz der eingegangenen Beiträge. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden sie öffentlich gemacht. Voraussichtlich im September stellen die Stadtplaner dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau ihre aus der Debatte abgeleiteten Schlussfolgerungen vor. Im Herbst ist zudem eine Abschlussveranstaltung dieser ersten „Dresdner Debatte“ geplant.