12. Museum im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Staatliche Ethnographische Sammlungen fusionierten zum 01. Januar 2010 mit den Staatlichen

„Mit diesem lange und intensiv vorbereiteten Schritt ist eine zukunftsweisende, fachübergreifende Verbindung entstanden. Sie ist für eine weitere internationale Profilierung der sächsischen Museumslandschaft wichtig“, sagte Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer anlässlich der Integration der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen (SES) in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). „Beide Sammlungen werden Synergieeffekte nutzen und doch ihr eigenes Profil schärfen können. Vor allem bei der interdisziplinären ermöglicht die Fusion vereinfachte Rahmenbedingungen. Mit den beiden Sammlungen haben sich zwei Partner gefunden, die sich auf gemeinsame Wurzeln besinnen und neue Wege beschreiten werden“, so von Schorlemer.

Mit der Integration der SES ist gleichzeitig ein gemeinsamer Staatsbetrieb entstanden. Bereits am 13. Januar 2009 hatten SKD und SES eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel der Integration unterzeichnet und im vergangenen Jahr die neue Situation erfolgreich erprobt.

Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Prof. Martin Roth: „Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehen nach einem Jahr Verlobungszeit gern in diese Ehe. Es hat sich gezeigt, dass beide Sammlungen ihr Potenzial mit gemeinsamen Ausstellungen, gemeinsamer und gemeinsamer Vermarktung noch besser ausschöpfen können. Außerdem ist deutlich geworden, dass es in dieser Kooperation gelingt, ein bisher für die klassische Kunstgeschichte interessiertes Publikum für die Kulturen der Welt zu begeistern.“

Dr. Claus Deimel, Direktor Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen: „Die Aufnahme der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen in den Museumsverbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist gerade in Zeiten fortschreitender Globalisierung der einzig gangbare Weg, da für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen gerade Völkerkundemuseen besonders geeignet sind. Die Verknüpfung traditioneller ethnographischer Sammlungskonzepte mit den Dresdner Kunstsammlungen bedeutet eine Stärkung des Auftritts beider Institutionen. Damit ergänzen sich beide in idealer Weise.“

Hintergrund:

Die Wiedervereinigung der Sammlungen unter dem Dach der SKD hat historische, fachliche und organisatorische Gründe. Beide Kunstsammlungen gehen aus der 1560 von Kurfürst August I. gegründeten „Kurfürstlichen - und Raritätenkammer hervor. Im 19. und 20. Jahrhundert nahmen Kunstmuseen und Ethnographische Museen („Völkerkundemuseen“) getrennte Entwicklungen. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden Museen, die sich fremden Kulturen widmen, wieder in den Kontext anderer Sammlungen gestellt, sogar fachübergreifende Museen neu gegründet. An diesem Prozess haben sich SKD und SES aktiv beteiligt. Als ersten Schritt fusionierten 2004 die drei sächsischen Völkerkundemuseen in Leipzig, Herrnhut und Dresden zu den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und wurden zum zweitgrößten ethnologischen Museum Deutschlands nach Berlin.

Pressemitteilung  Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, 01.01.2010