Stadtteilgeschichte Dresden Loschwitz

die Loschwitzer KircheBericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe 04/2006

Im Jahre 1315 wurde das heutige erstmals urkundlich erwähnt. Der Name der slawischen Siedlung war damals Loscuicz und bedeutete wohl soviel wie „Leute des Lozek“.

1921 nach eingemeindet, reicht Loschwitz heute vom Wasserwerk „Saloppe“ bis zum Wachwitzer Hochberg. Im Norden grenzt Loschwitz an das Villenviertel „Weißer Hirsch“.

Die Siedlung entwickelte sich über die Jahrhunderte vom Weindörfchen zu einem beliebten Erholungsort für wohlhabende Bürger und Adlige. Viele Villen entstanden auf den ehemaligen Weinbergen, Künstler fühlten und fühlen sich in der Gegend wohl und durch das charmante Flair an der Elbe inspiriert.

Die Hänge wurden für den Anbau verschiedenster Rebsorten genutzt. So wurde beispielsweise Ruhländer, Rot- und Weißburgunder sowie Traminer gekeltert und in den vielen kleinen Weinschänken angeboten. Der erlesene Rebensaft wurde auch nach Dresden verkauft und sogar am kursächsischen Hof getrunken. Als Eigentümer der Weinberge sind unter anderem die Augustinermönche bekannt.

Der WeinAlte Feuerwache Loschwitzbau wurde als Hauptwirtschaftszweig durch die Reblaus Mitte des 19. Jh. zwar zerstört, jedoch besaßen viele Sommerhäuschen und Villen noch ihren eigenen kleinen Weinberg.

Zu DDR-Zeiten wurden viele Villen umgenutzt. So entstanden beispielsweise der Pionierpalast, Gästehäuser und Hotels. Der ehemalige Pionierpalast – das eigentliche Schloss Albrechtsberg – beherbergt heute eine Schule für Gastronomie und verführt mit verschiedenen Veranstaltungen, Festen und Tagungen in besonderem Ambiente.

Altloschwitz Zu den berühmten Persönlichkeiten, welche in Loschwitz residierten gehörten beispielsweise Carl-Maria von Weber und Gerhard von Kügelgen – dessen Sommerhäuschen im Buch „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ von Wilhelm von Kügelgen zauberhaft beschrieben wird.

Auch heute ist der Dresdner Stadtteil bei Größen von Politik und Kunst sehr beliebt. So bewohnten u.a. der ehemalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Gunter Emmerlich die Elbhänge von Loschwitz.

Friedrich Schiller weilte hier bei seinem Freund Körner einige Sommer. Ebenso waren Goethe, MozarDie Welle von Klaus Dieter Köhler in Dresden Loschwitzt und der Maler Ludwig Richter hier zu Gast. Angeblich soll Richter durch den damals wild-romantischen Loschwitzgrund zu seinem Gemälde „Brautzug im Frühling“ inspiriert worden sein. Seit 1884 steht neben dem Leonardi-Museum auf der Grundstraße ein Denkmal zu Ehren Ludwig Richters.

Am Körnerplatz in Dresden LoschwitzIm Loschwitzgrund, entlang des Loschwitzbaches, standen zahlreiche Mühlen. Zuerst von Müllern genutzt, wurden sie Anfang des 19. Jh. zu Sägewerken, einer Tintenfabrik und Schmelzhütten mit Hochofen umgebaut.

Ein Ortsgesetz von 1878 verbot die weitere Industrialisierung von Loschwitz und rettete damit den Sommerfrischlern den Erholungsort. Teilsweise wurden sogar bereits errichtete Fabriken geschlossen und abgerissen.

Auch zahlreiche Wäschereien hatten sich im ÖDie Loschwitzer Brücke - Blaues Wunderrtchen an der Elbe angesiedelt. Die Wäsche reicher Dresdner trocknete auf großen Plätzen auf den Elbwiesen und wurde anschließend durch die Wäscherinnen wieder zu den Kunden zurück gebracht. Nachdem die Straßenbahn auch in Dresden und Umgebung Einzug gehalten hatte, gab es sogar richtige Anhänger für die großen Wäschekörbe.

Die Loschwitzer Kirche

Die Kirche blickt auf eine bewegte zurück und wurde zweimal geweiht. Das erste Mal erfolgte im Jahr 1708, als sie nach Plänen von George Bär fertiggestellt wurde. Bis dahin gehörte Loschwitz zur Gemeinde der Dresdner Frauenkirche. Es erfüllte die Bewohner mit Stolz, endlich eine eigene Kirche in der Ortschaft zu haben.

Beim Angriff auf Dresden 1945 wurde sie bis auf die Grundmauern zerstört und war bis 1991 als Ruine sichtbar. Engagierte Bürger schafften es, den originalgetreuen Wiederaufbau zu organisieren. Dieser wurde vor allem aus Spenden finanziert. Loschwitzer Berühmtheiten wie Theo Adam und Peter Schreier engagierten sich mit Benefizveranstaltungen. So konnte die Kirche 1994 zum zweiten Mal geweiht werden.

Die erste deutsche Standseilbahn

Die Standseilbahn wurde 1895 eingeweiht und verbindet Loschwitz mit dem Stadtteil „Weißer Hirsch“. Anfangs wurde die dampfbetriebene Bahn sogar zum Transport von Baumaterialien, Tieren und Pferdegespannen genutzt. Hierfür gab es spezielle Güterwagen.

Seit 1910 fährt sie elektrisch und befördert heute nur noch Personen.

Die Bahn überwindet in 547 m einen Höhenunterschied von 95 m auf einer eingleisigen Strecke. In der Mitte befindet sich eine Ausweichstelle, an der sich berg- und talfahrende Wagen passieren können.

1993/94 erfolgte eine umfangreiche Sanierung.

Die älteste Bergschwebebahn

Die Bergschwebebahn im Herbst

Mit einer Streckenlänge von 274 m und einem zu überwindenden Höhenunterschied von 84 m verbindet die Schwebebahn Loschwitz mit Oberloschwitz. 1901 wurde sie nach 3-jähriger Bauzeit von König Friedrich August III von Sachsen eingeweiht und war eine technische Sensation.

Nach einer umfangreichen und denkmalgerechten Sanierung kann man seit 2002 wieder die Fahrt genießen.

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entlang der Elbauen mit dem Stadtspiele Verlag->

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Historischer Wanderleitfaden – Loschwitz, Blasewitz, Bürgerwiese, Strehlen, Friedrichstadt
Rund um das Blaue Wunder – Brückenschlag vom Schillerplatz zum Körnerplatz->


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Ein Kommentar zum Thema “Stadtteilgeschichte Dresden Loschwitz”

  1. Redaktion (48 comments) sagt:

    Altersschwache Bäume im Pappelwäldchen Loschwitz werden gefällt

    Im Januar und Februar werden am Rand des Pappelwäldchens Loschwitz rund 100 Bäume, die die natürliche Altersgrenze erreicht haben, gefällt. Das kündigt die untere Naturschutzbehörde im Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden an. Das Flächennaturdenkmal liegt zwischen der Fidelio-F.-Finke-Straße und der Elbe.
    Die alten Bäume müssen gefällt werden, damit sie Fußgänger auf den angrenzenden öffentlichen Wegen nicht gefährden. Danach wird Platz für die jungen Bäume, die bereits dort wachsen. Die selbstständige Gehölzentwicklung soll über einen längeren Zeitraum zu einem auentypischen Gehölzbestand im Flächennaturdenkmal führen.
    Zwischen 1960 und 1967 wurden die verschiedenartigen Pappeln gepflanzt. Sie waren eine Versuchsanpflanzung für die Forstwirtschaft. Im Jahre 1996 wurde das Pappelwäldchen als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt. Hier haben einheimische Gehölze, die in früheren Auenwäldern am Flusslauf der Elbe wuchsen, ihren Standort. Außerdem nutzen viele Singvogelarten das Pappelwäldchen als Brutgebiet.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 12.01.2010

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