Stadtteilgeschichte Innere Neustadt in Dresden

der Goldene Reiter an der Hauptstraße in Dresden - Reiterstandbild - August der StarkeBericht Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe September-Oktober 2008

1350 wurde die innere Neustadt als Altendresden (Antiqua Dressdin) erstmals urkundlich erwähnt und bekam 1403 das Stadtrecht. Umsäumt von Weingärten am Rand der Heide lag Altendresden abseits der Residenzstadt. Schon damals verband eine Brücke beide Orte. Bereits 1549 wurde Altendresden nach eingemeindet.

Am 6. August des Jahres 1685 wurde Altendresden durch einen verheerenden Brand fast vollständig zerstört. Das Feuer, das in einer Tischlerwerkstatt ausgebrochen war, ließ kaum ein Gebäude unversehrt und stürzte die Bewohner in große Armut. Kurfürst Johann Georg III. beauftragte noch im gleichen Jahr Wolf Caspar von Klengel mit dem Wiederaufbau des Stadtteils. Der Oberlandbaumeister plante eine Erneuerung nach modernsten städtebaulichen Erkenntnissen. Alles sollte großzügig, anspruchsvoll und licht errichtet werden und so der Macht des absolutistischen Landesherrn Ausdruck verleihen. Als die Landesgeschicke übernahm, war erst ein geringer Teil der kostenintensiven Pläne in die Realität umgesetzt worden. August übergab die weitere Durchführung an Christoph August von Wackerbarth und Matthäus Daniel Pöppelmann, die den Wiederaufbau weiter vorantrieben. erlebte die Fertigstellung nicht mehr, beeinflusste aber die Gestaltung zu Lebzeiten mSandsteinbrunnen an der Hauptstraße in Dresdenaßgeblich. So war es an Friedrich August II., das Lebenswerk seines Vaters zu vollenden. König- und Hauptstraße wurden zu prächtigen Alleen, deren Bebauung strengstens reglementiert wurden – u.a. waren Geschosshöhe und -anzahl vorgegeben. Ebenso die sogenannten „himmeloffenen Höfe“, die von Haupthaus, Seitenflügel und Hinterhaus umgeben waren.

Auch auf der Hauptstraße vollbrachte man wahre Wunder. Sie wurde zum Elbufer hin immer breiter, so dass der Eindruck einer nie enger werdenden Allee entstand. Das gesamte Areal entwickelte sich zu einem Beispiel europäischer Städtebaukunst, das in seiner damaligen Struktur teilweise auf der Königstraße und in den Barockbauten der Hauptstraße heute noch zu bewundern ist. Dem Wunsch des Königs entsprechend, wurde der neu errKönigstraße in Dresden - das barocke Viertel in der Neustadtichtete Stadtteil „Neue Königsstadt“ genannt. Später vereinfacht in „Neustadt“.

1945 wurden große Teile der inneren Neustadt zerstört – beispielsweise die Hauptstraße. Dagegen blieben andere Teile fast unversehrt – z.B. die Königstraße. Dennoch wurde die alte Bausubstanz hier sehr vernachlässigt und sollte sogar abgerissen werden. Ganze Kraft legte man hingegen in die Neugestaltung der Hauptstraße – Straße der Befreiung – die 1979 der Bevölkerung übergeben werden konnte.

Bis heute sanierte man einen Großteil der historischen Gemäuer und der Plattenbauten. Die innere Neustadt ist wieder zu einem Schmuckstück geworden. Einkaufen, Sightseeing und Einkehren lassen sich hier herrlich miteinander verbinden.

Das Kügelgenhaus

„So bezogen wir denn im Spätsommer des Jahres 1808 das zweite Stockwerk des Brelingschen Hauses an der Neustädter Allee, der schönsten und freundlichsten Straße Dresdens. Dies Haus, vor etwa hundert Jahren vom Grafen Zinzendorf erbaut, trug mit großen goldenen Buchstaben die an dem ganzen Sims hinlaufende Inschrift: ‚An Gottes Segen ist alles gelegen’ und wurde kurzweg ‚der Gottessegen’ genannt…“ So beschreibt Wilhelm von Kügelgen in seinen „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ das Gebäude der heutigen Hauptstraße 13.

Es war seinerzeit Treffpunkt für namhafte Künstler sowie Gelehrte und ist eines der letzten noch erhalten gebliebenen Dresdner Bürgerbauten der Barockzeit. Die goldene Inschrift leuchtet immer noch am Giebel. Das Gebäude jedoch wird heute „Kügelgenhaus“ genannt.

In den Räumen, die der Maler Gerhard von Kügelgen mit seiner Familie bewohnte, befindet sich heute das Museum der Dresdner Romantik.

der Jägerhof - heute Museum für Sächsische VolkskunstDer Jägerhof

Anstelle eines ehemaligen Augustinerklosters ließ Kurfürst August in der zweiten Hälfte des 16. Jh. den Jägerhof erbauen. Ähnliche Bauten auf Altstädter Seite entsprachen nicht mehr den Ansprüchen des Sächsischen Hofes. Zudem wünschte August ein Haus nahe der Heide, in der er leidenschaftlich jagte.

Bis Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Jägerhof immer wieder erweitert. Zum Areal gehörten u.a. Wohn- und Zeughäuser, Schuppen und Ställe. Mit dem Bau weiterer Jagdschlösser in der Umgebung von Dresden verlor der Jägerhof an Bedeutung und wurde von 1830 bis 1877 als Kavalleriekaserne genutzt. Danach verfiel das Areal, Gebäude wurden abgerissen.

Oskar Seyffert ist der Erhalt des letzten Gebäudes zu verdanken. Hier eröffnete er 1913 das Museum für Sächsische Volkskunst. Nach den Zerstörungen von 1945 konnte das Museum in den 1959iger Jahren wieder eröffnet werden und erfreut Besucher bis heute mit seinen Schätzen.

Der Rosengarten

… ist eine heckenumfriedete Gartenanlage von etwa 1,5 ha Größe zwischen der Prießnitzmündung und der Albertbrücke. Anlässlich der Gartenbauausstellung in Dresden wurde er 1936 fertiggestellt. … 10.000 Edelrosen aus 60 Sorten sowie 3.000 Parkbzw. Wildrosen geben dem Garten seinen Namen. Außerdem schmücken ihn vier Kunststeinplatten von M.H. Fritz, die Bronzestatue „Genesung“ von Felix Pfeifer und die Sandsteinplastik „Knieende“ von Otto Rost.

auszugsweise entnommen aus der Broschüre  „Historischer Wanderleitfaden – Dresdner Stadtspaziergänge“.

Stürmische Wogen auf dem Albertplatz in DresdenAlbertplatz

Im 19. Jahrhundert galt er als einer der schönsten Plätze Deutschlands. 1815 begann man mit seinem Bau. Nach und nach baute die gutsituierte Bürgerschaft prachtvolle Villen ringsum. In einem solchen Grundstück hielt sich der Schriftsteller Erich Kästner während seiner Kindheit mitunter auf. Bis heute sitzt eine Plastik des jungen Kästners auf dem Mauersims und betrachtet, wie in seinem unvergesslichen Buch „Als ich ein kleiner Junge war“ beschrieben, das Gewimmel auf dem Albertplatz. Auf dem Grundstück befindet sich das Erich-Kästner-Museum.

1894 wurden die prachtvollen Monumentalbrunnen „Stürmische Wogen“ und „Stilles Wasser“ der Dresdner Öffentlichkeit übergeben. Lange Zeit erfreuten die Schmuckstücke die Herzen der Vorbeigehenden. Im II. Weltkrieg weitgehend ungeschädigt geblieben, baute man die „Stürmischen Wogen“ 1945 ab und setzte an diese Stelle ein Sowjetisches Ehrenmal. 1994 komplettierte man die Brunnenanlage wieder. Außerdem wurde sie umfangreich rekonstruiert. Das Ehrenmal kam auf die Stauffenbergallee.

In den 1920iger Jahren errichtete man an der Einmündung zur Königsbrücker Straße das erste Hochhaus Dresdens, in dem lange Zeit die Dresdner Verkehrsbetriebe tätig waren. Heute steht das Gebäude leer.

Der Platz kann auf einige Namensänderungen blicken. Vormals „Zum Schwarzen Tor“ bzw. Bautzner Platz genannt, wurde er 1871 zu Ehren von Kronprinz Albert in Albertplatz umbenannt. 1945 hieß er kurze Zeit „Platz der Roten Armee“ und bis 1991 „Platz der Einheit“. Dann kehrte man zurück zum Namen Albertplatz.

Japanisches Palais am Palaisplatz in Dresden - Museum für Völkerkunde DresdenDas Japanische Palais

… wurde 1715 von Matthäus Daniel Pöppelmann für Graf von Flemming errichtet. Damals hieß es Holländisches Palais, benannt nach seinem ersten Mieter – einem holländischen Gesandten. Schon 1717 kaufte August der Starke das Areal und ließ es 4-flüglig ausbauen. Ein „Porzellanschloss“ sollte es werden und Heimat für seine umfangreiche Porzellansammlung. Auch hier war wieder der große Baumeister Pöppelmann beteiligt. Zu damaliger Zeit waren asiatisch anmutende Formen sehr gefragt, was sich in Dachgiebeln und in anderen Gestaltungsformen wiederspiegelt. Bald nannte man es Japanisches Palais.

Nach Zerstörungen von 1945 und anschließendem Wiederaufbau beherbergt es heute das Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden, das Museum für Völkerkunde Dresden und die Staatlichen Naturhistorischen Sammlungen Dresden.

Der Bogenschütze - Bronzefigur am Neustädter Elbufer zwischen Carolabrücke und AlbertbrückeBogenschütze

Die überlebensgroße Bronzefi gur (ein Denkmal für die Dresdner Bogenschützen) befindet sich am Neustädter Elbufer zwischen Albertbrücke und Carolabrücke. Die Plastik von Ernst Moritz Geyger entstand 1895 und wurde als Zweitguss 1902 aufgestellt. Der erste Guss befindet sich in Potsdam im Park des Schlosses Sanssouci.

Die Bodenschützengesellschaft war eine ehemalige Vereinigung der bürgerlichen Dresdner Armbrustschützen, die als Veranstalter der Vogelwiese Bedeutung im gesellschaftlichen Leben der Stadt hatte. Sie geht auf die mittelalterliche Wehrverfassung zurück, bei der jeder wehrfähige Bürger zum Kriegsdienst, zur Stadtverteidigung und dementsprechend regelmäßig zur Übung im Waffenhandwerk verpflichtet war. …

auszugsweise entnommen aus „Historischer Wanderleitfaden – Dresdner Stadtspaziergänge“.

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Historischer Wanderleitfaden – Dresdner Stadtspaziergänge
Altendresden – die neue Königstadt – durch die innere und äußere Neustadt->

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eine Tour durch die Dresdner Neustadt mit dem Stadtspiele Verlag->

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4 Kommentare zum Thema “Stadtteilgeschichte Innere Neustadt in Dresden”

  1. Redaktion (71 comments) sagt:

    Parkfläche auf der „kleinen Hauptstraße“ wird Bewohnerparkplatz

    Im großen Wohnhof zwischen Hauptstraße und Sarrasanistraße erweitert die Stadt Dresden den Bewohnerparkbereich 11. Damit sind ab 1. September die bereits bestehenden Parkflächen auf dem Hof hinter den Häusern von Hauptstraße, Neustädter Markt und Albertstraße werktags von 8 bis 19 Uhr für Autos der Anwohner reserviert. Die Anwohner erhalten ihre Parkausweise ab sofort im Straßen- und Tiefbauamt, Abteilung Straßenverkehrsbehörde. Sie kosten dreißig Euro im Jahr bzw. fünfzig Euro für zwei Jahre. Ab 1. September wird zudem der kleine Parkplatz Hauptstraße 34, Eingang Ritterstraße (gegenüber Schwarzmarktcafé), gebührenpflichtig. Das Gleiche gilt für die Parkfläche auf der Sarrasanistraße 5 und 7. Fahrzeuge von Bewohnern mit Parkausweisen können hier ohne zusätzliche Gebühren stehen.

    Die Anwohner werden schriftlich informiert.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 11.06.2010

  2. Redaktion (71 comments) sagt:

    Mehr Bürgerbeteiligung zur Inneren Neustadt: Podiumsveranstaltung im April

    Die jüngst aufgeworfenen Fragen zu den bisherigen und künftigen Zielen der städtebaulichen Entwicklung des rechtselbischen Teils der Dresdner Innenstadt nimmt das Stadtplanungsamt zum Anlass, den öffentlichen Dialog mit der Dresdner Bürgerschaft wiederaufzunehmen.
    In Zusammenarbeit mit dem Dresdner Entwicklungsforum e. V. bereitet das Stadtplanungsamt für April 2010 eine Podiumsveranstaltung im Kulturrathaus mit renommierten Fachleuten und örtlichen Akteuren vor. Ausgehend von einer Beschreibung des Erreichten, den Potentialen und Defiziten sowie den Erwartungen der örtlichen Akteure sollen die Ziele des Städtebaulichen Denkmalschutzes und das Leistbare der Stadtreparatur umfassend erörtert werden. Der genaue Termin und weitere Details werden rechtzeitig bekanntgegeben.
    In den vergangenen Jahren wurden auf Grundlage eines Rahmenplanes und dem Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz die bauliche Substanz der Inneren Neustadt bereits erfolgreich gesichert, der öffentliche Raum aufgewertet und so die Voraussetzungen für die behutsame wie erfolgreiche Revitalisierung des Terrains zwischen Hauptstraße und dem Barockensemble der Königstraße geschaffen. Künftige Aufgaben sind im Planungsleitbild Innenstadt fixiert: Bessere Anbindung an die Altstadt, Wiederherstellung des erhaltenen Stadtgrundrisses, wo dieser negiert wurde, was wesentliche Beziehungen zwischen den einzelnen Teilen der Inneren Neustadt stört sowie funktionale und wirtschaftliche Synergien wesentlich behindert. Ziel ist die weitere Revitalisierung und verbesserte Wahrnehmbarkeit des für die Dresdner und den Gästen bedeutsamen und attraktiven Teil der Stadt.
    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 27.02.2010

  3. Redaktion (71 comments) sagt:

    “Stürmische Wogen” fertig restauriert

    Die Restaurierung der bronzenen Plastik von Robert Dietz am Brunnen „Stürmische Wogen“ ist abgeschlossen. Die Plastik wurde im Heißwasser-Dampfstrahl-Reinigungsverfahren gereinigt. Sämtliche Schmutzkrusten, Korrosionsablagerungen und Kalkauflagen wurden mittels Schaber, Skalpell und erforderlichenfalls mit speziellen Chemikalien vorsichtig entfernt, Risse und Fugen geschlossen. In den nächsten Tagen werden noch die Fugen des Granitmittelteiles saniert, bevor der Brunnen zum Abschluss der Brunnensaison 2009 Anfang Oktober noch einmal in Betrieb geht.
    Die Restaurierung im Auftrag des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft stand ebenso wie beim Brunnen „Stilles Wasser“ 2008 unter der fachlichen Aufsicht des Landesamtes für Denkmalpflege. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 70 000 Euro.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden vom 25.09.2009

  4. Redaktion (71 comments) sagt:

    Noch sind stille Wasser, statt stürmischer Wogen am Albertplatz
    Die Sanierung der Brunnenanlagen wird Ende September abgeschlossen

    Die Instandsetzung des Brunnens “Stilles Wasser” am Albertplatz in Dresden ist bald
    abgeschlossen. Nachdem die bronzene Plastik bereits im vergangenen Jahr restauriert
    wurde, folgten nun im August die letzten Reparaturen am Wasserbecken. Ab
    September sprudelt hier das Wasser wieder.
    Noch ein klein wenig länger dauern die Arbeiten am gegenüberliegenden Brunnen
    “Stürmische Wogen”. Hier wird vorraussichtlich noch bis Ende September 2009
    restauriert.

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