Stadtteilgeschichte Dresden Plauen

Bericht aus Magazin die-infoseiten.de / Ausgabe 1-2006

Auf Grund eines Streites zwischen dem Bischof von Meißen und dem Burggrafen Heinrich von Dohna um die Besitzrechte an einer Burg wurde Plauen, wie , im Jahre 1206 erstmalig urkundlich erwähnt.

Zu dieser Zeit bildete Plauen ein Rundlingsdorf, welches um einen kleinen Teich (an der Einmündung von Altplauen in den F.-C-Weiskopf-Platz) angeordnet war.

Südlich der heutigen Klingenberger Straße befand sich ein Freigut, welches 1895 abgetragen wurde und das erste Oberdorf war. Das vermutlich später hinzugewachsene Niederdorf befand sich unmittelbar am rechten Ufer der Weißeritz. Nördlich davon befindet sich der durch die Erhaltungssatzung geschützte Dorfkern Plauens.

Seit dem 16. Jahrhundert wurden die Mühlen der nähren Umgebung nicht mehr nur zur Versorgung Plauens genutzt. Man widmete ihnen mehr Aufmerksamkeit und nutzte sie zunehmend für die Brotversorgung Dresdens. Auch Landesfürsten setzten sich für den Bau und den Betrieb weiterer Mühlen ein.

Der erste Mühlmeister Plauens hieß Zararias Zimmermann. Sein Wappenschild, welches einen geflügelten Engel zeigt, ist im Jahr 1570 im Giebel der Hofmühle eingemauert worden. 1852 übernahm Traugott Bienert aus Eschdorf die Mühle pachtweise, stattete sie mit damals modernster Technik aus und kaufte sie letztendlich 20 Jahre später.

Mit dem Namen Traugott Bienert verbindet man in Plauen zahlreiche innovative, dem Gemeinwesen dienende, Neuerungen. So ist ihm die 1872 eingeführte Straßenbeleuchtung mit Petroleumlaternen zu verdanken. Nach der Errichtung einer Gasanstalt wurde die Straßenbeleuchtung 1874 auf Gas umgestellt. Weiterhin initiierte Bienert die Verlegung einer Wasserleitung, dank der Plauener Haushalte am 1. April 1876 das erste Mal mit fließend Wasser versorgt wurden.

Anlässlich des 100. Todestages Traugott Bienerts am 22. Oktober 1994 feierte Plauen die Wiedereinweihung seines Denkmals neben dem heutigen Rathaus.

Beim letzten Umbau der Kirche in Altplauen, welche 1296 das erste mal erwähnt wird, wurde ihr historischer Grundriss freigelegt. Seit 1903 ist sie als“ Auferstehungskirche“ bekannt. Vier Jahre später schuf der Dresdner Stadtbaurat Erlwein den breiten Treppenaufgang mit Eckturm sowie den langen Mauerzug, welcher um den Kirchplatz führt.

Am 1. Januar 1903 wird Plauen zu Dresden eingemeindet. Das Ortsamt wurde im Jahr 1991 unter dem Namen Ortsamt Südvorstadt gegründet. Es ist das einzige Dresdner Ortsamt, welches seither seinen Namen gewechselt hat. Zum Bezirk gehören die Stadteile Plauen, Coschütz, Gittersee, Kleinpestitz, Kaitz, Mockritz, Gostritz, Zschertnitz, Räcknitz und Südvorstadt.

Abgesehen von Südvorstadt handelt es sich bei allen Stadtteilen um Gemarkungen die den gleichnamigen früheren Gemeinden entsprechen.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich in Plauen Industrie entwickelt. So waren zwei Schokoladenfabriken, zwei Brauerein, eine Waffelfabrik, eine Blechwarenfabrik, Hersteller der ersten Schokoladenautomaten, eine Konservenfabrik und eine Molkerei ansässig.

Bis heute wurden viele private und öffentliche Gebäude saniert und zahlreiche Lücken im Bild des Stadtteils geschlossen.

-

Historischer Wanderleitfaden – der Plauensche Grund und die Täler der Weißeritz
Kulturlandschaft ist überall in Sachsen – Ein Streifzug durch den vorderen Plauenschen Grund->

-

4 Kommentare zum Thema “Stadtteilgeschichte Dresden Plauen”

  1. Redaktion (71 comments) sagt:

    Bauvorhaben Ausbau Hofmühlenstraße zwischen Altplauen und Bienertstraße

    Vom 12. April bis voraussichtlich 10. Juli wird im Auftrag des Straßen- und Tiefbauamtes der Landeshauptstadt Dresden die Hofmühlenstraße zwischen Altplauen und der Bienertstraße auf ca. 190 Metern Länge grundhaft erneuert. Einschließlich der angrenzenden Gehwege erhält sie eine Befestigung aus Granitkleinpflaster. Entlang der Straße werden ein Parkstreifen angelegt sowie die Beleuchtungsanlage erneuert. Entlang der Weißeritz entsteht ein Promenadenweg mit Hockerbänken und Spielgeräten sowie einer Gräser- und Stauden¬bepflanzung. Die DREWAG nutzt die Gelegenheit, um Kabel zu verlegen.
    Die Hofmühlenstraße muss für die Arbeiten zeitweise voll bzw. halbseitig gesperrt werden. Für Anlieger bleiben die Grundstücke unter Baustellenbedingungen erreichbar.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 10.4.2010

  2. Redaktion (71 comments) sagt:

    Baupreis Plauen 2010 ausgeschrieben

    Zum inzwischen vierten Mal wird der Baupreis Plauen zur Förderung der Baukultur in den südlichen Stadtteilen Dresdens ausgeschrieben. Einwohner, Bauherren und Architekten sind aufgefordert, Vorschläge vom 15. März bis 30. April im Ortsamt Plauen, Nöthnitzer Straße 2, einzureichen. Die Ausschreibungsunterlagen und Formblätter liegen im Sekretariat des Ortsamtes aus. Vorschläge können aber auch formlos im Ortsamt eingereicht werden.
    Mit dem Baupreis werden Bauherren ausgezeichnet, die gemeinsam mit Architekten und Baufirmen in den letzten Jahren Vorbildliches geschaffen haben, zum Beispiel bei der Sanierung von Gebäuden, mit Neubauten oder in der Garten- und Freiflächengestaltung.
    Zu dem Wettbewerb rufen der Verein Initiative Plauen, der Bienert Förderverein Plauenscher Grund, das Ortsamt Plauen und das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden auf.
    Die eingereichten Vorschläge werden in einer Ausstellung im Rathaus Plauen vorgestellt. Eine unabhängige Jury bewertet die Vorschläge. Die festliche Preisverleihung findet im November 2010 im Ratssaal statt. Der Termin dafür wird rechtzeitig bekannt gegeben.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 11.3.2010

  3. redaktion (71 comments) sagt:

    Aussichtsturm Bismarcksäule und der Fichteturm öffnen wieder

    Ab 4. März 2010 öffnen wieder die Bismarcksäule in Räcknitz sowie der Fichteturm in Plauen für die Besucherinnen und Besucher ihre Türen. Interessierte sind von Donnerstag bis Sonntag sowie an gesetzlichen Feiertagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr herzlich willkommen. Sonderführungen sind möglich. Dafür bittet das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft um telefonische Anmeldung unter (03 51) 4 88 70 10 bzw. (03 51) 4 88 70 17 oder über den Verein Bismarcksäule Dresden e. V., Telefon (01 76) 22 20 55 15.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 4.3.2010

  4. die-infoseiten.de (12 comments) sagt:

    Bienertpark wird rekonstruiert

    Der Bienertpark an der Paschky- und Dölzschener Straße am Eingang zum Plauenschen Grund wird schrittweise rekonstruiert. Zunächst hat der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen im Auftrag des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft in dieser Woche begonnen, am Hang zur Dölzschener Straße kleinere Ahorne, Robinien und Sträucher zu entfernen und damit die Sichtachse in den Park wiederherzustellen. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte März 2010 und werden ab Oktober 2010 fortgesetzt. Für die eigentliche Parkrekonstruktion ist das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen und hofft auf entsprechend zweckgebundene Spenden auf den Fonds Stadtgrün:

    Konto-Nr. 31 20 00 00 34
    BLZ 850 503 00
    Ostsächsische Sparkasse Dresden
    Verwendungszweck: FONDS STADTGRÜN – Bienertpark

    Mehr Informationen zum Fonds Stadtgrün sind unter http://www.dresden.de/stadtgruen abrufbar.

    Grundlage für die voraussichtlich längerfristige Rekonstruktion ist eine „Denkmalpflegerische Zielstellung“, die im Auftrag des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft im Jahre 2008 von dem Dresdner Landschaftsarchitekten Michael Müssiggang erarbeitet wurde.

    Der sogenannte Neue Bienertpark wurde 1911 nach Plänen von Max Bertram im Auftrag von Theodor Bienert, Sohn des Hofmühlenbesitzers Traugott Bienert, auf dem hängigen Gelände am Ratssteinbruch angelegt. Er ist rund 15 000 Quadratmeter groß und diente von jeher der Naherholung.

    Newsletter der Landeshauptstadt Dresden, 25.02.2010

Einen Kommentar zu diesem Thema schreiben: