Anzeige aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe November-Dezember 2008
125 Jahre Dresdner Konditoren-Innung
Hintergründig lächelnd werden wir als „Gaffeesaggsen“ bezeichnet, wegen unserer Leidenschaft, häufiger als andere Kaffee und die dazugehörigen süßen Leckereien zu genießen. Und wenn wir an den berühmten Dresdner Christstollen und die genauso bekannte Dresdner Eierschecke denken, könnte man meinen, das Zentrum der süßen Verführung läge in Dresden.
Tatsächlich haben sich die ersten Zuckerbäcker im Dunstkreis der adligen Hofhaltungen angesiedelt, waren deren Produkte auf Grund des doch sehr seltenen Zuckers teuer und bei den feinen Damen hoch begehrt. In alten Dresdner Aufzeichnungen findet Zucker erstmals 1556 Erwähnung.
Mit der Entwicklung Sachsens ist das Fürstenhaus der Wettiner eng verbunden. Besonders verschwenderisch war die Hofhaltung August des Starken. Man weiß von ihm, dass er alle Verführungen der höfischen Konditorkunst seiner Zeit mit Wonne genoss. Konfekt, Marzipan aus Mandel, Pistazien und Rosenwasser, auch Torten aller Art. Es dauerte noch eine Weile, bis der Zucker, der aus Übersee kam, wegen seiner Seltenheit nicht mehr in Apotheken gehandelt wurde.
Der deutsche Chemiker Markgraf entdeckte 1747 den Zuckergehalt in der Runkelrübe und 1800 wurde die erste Rübenzuckerfabrik in Betrieb genommen. Als schon 1817 der Dresdner Kaufmann Calberla die erste sächsische Zuckersiederei eröffnete und 1823 die erste Schokoladenfabrik Deutschlands, die Schokolade in fester Form herstellte, ebenfalls in Dresden zu produzieren anfi ng, konnten die Dresdner Konditoren aus dem Vollen schöpfen. Hinzu kam, dass das Bürgertum und die entstehende Arbeiterklasse an den Genüssen des Lebens teilhaben wollten. So entstanden auch in Dresden erste Konditoreien und Kaffeehäuser. Legendär war die Café-Konditorei Kreutzkamm am Altmarkt, welches auch heute noch gut besucht wird.

