Vegetariers Liebe zum Fleisch – ein Betroffenheitsbericht
17. Juni 2009Die Liebe des Vegetariers zum Fleisch ist grenzenlos: Sie beginnt nicht und hat somit auch kein Ende, also ist sie grenzenlos. Dennoch sieht man sich als Vegetarier oft mit der Problematik Fleisch konfrontiert.
Als Beispiel möchte ich hier einen Restaurantbesuch mit meinen Kollegen anbringen – eine gesellige Runde mit leckerem Essen.
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Nun zieht man als Vegetarier bei der Speisenauswahl generell die Aufmerksamkeit auf sich.
„Was isst du denn? Ach, sieh mal hier, gibt es Camembert mit Preiselbeeren!“ ´Super`, denke ich, ´Wieder mal die tollen allgemeinen Standards. Salat, Camembert oder halt eine Tomatensuppe.` Okay, mal schauen, was es sonst noch gibt. ´Dann wähle ich halt nur eine Beilage aus.`, überlege ich, ´Aber immer Pommes ist auch nicht so toll. Ah hier: Bratkartoffeln! Na das ist doch was. Und Rotkraut. Na bitte, leckere Mahlzeit.` Tapfer frage ich die Serviererin bei der Bestellung: „Sind die Bratkartoffeln mit Speck oder anderer Wurst?“ „Nein. Nur Kartoffeln und Zwiebeln und, na ja etwas Speck. Aber ich kann in der Küche Bescheid geben.“, kommt die Antwort prompt. „Und der Rotkohl ist auch rein vegetarisch?“ „Nein leider nicht. Auch mit Speck.“ Also bleibt es bei Bratkartoffeln mit Ketchup.
Das gesellige Beisammensein geht weiter und die prompt tauchen folgende Fragen auf: „Was isst man denn als Vegetarier? Kann man ohne Fleisch leben? So gar keine Bratwurst oder ein Schnitzel … was isst du denn den ganzen Tag??“
Erstens: Ich muss nicht hungern. Zweitens: Meine Ernährung könnte durchaus abwechselungsreich sein, wenn ich auch koche würde. Und Drittens: Ja es stimmt. Ich komme sehr gut ohne totes Tier klar.
Der Möglichkeiten für den Vegetarier gibt es viele: Käse, Brot, Brötchen, Gemüse, Reis, Obst, Milch, Quark, Joghurt, Pizza, Aufläufe, Eintöpfe, Suppen, Salate, Risotto, Eis, Kuchen, Kekse etc – ich könnte es weiterführen, aber Frühstück, Mittag, Kaffee und Abendbrot sind gesichert und es schmeckt.
Zurück zu meiner Essensbestellung. Meine Bratkartoffeln, auf die ich mich mittlerweile sehr freue, werden sehr lecker angerichtet serviert. Und was sehe ich?? Kleine Speckwürfel, Mikrogröße, welche sich untergemogelt haben. Gut, ich will mich nicht beschweren. Also beginnt das Essen, wie so oft für Vegetarier, mit Sortieren und Rauspicken. Jede einzelne Kartoffel wird kontrolliert, gedreht und wenn sie gereinigt ist, auf die andere Seite des Tellers geschoben. Zwischenzeitlich fällt mir mein Kollege ins Auge, der doch so gerne Fleisch isst. Und so übernimmt er meine selektierte Speckauswahl von meinem Teller. Nach ca. 10 Minuten kann ich dann meine gereinigten, leicht kalten Bratkartoffeln genießen und trinke dazu leckeren Wein, um mein Hungergefühl so schnell wie möglich zu unterdrücken.
Langsam kommt das Gespräch wieder in Gang und ich werde gefragt, ob es geschmeckt hat und ich satt bin. NATÜRLICH!! Insgeheim denke ich schon an meinen Keksvorrat zu Hause…
e.u.
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