Weißeritztalbahn im Rabenauer Grund

Weißeritztalbahn - SchmalspurbahnBericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe September-Oktober 2008

Die älteste öffentliche Deutschlands

Als dienstälteste öffentliche Schmalspurbahn Deutschlands führte sie ihr Weg durch traumhafte Landschaften des Osterzgebirges von -Hainsberg durch den wildromantischen Rabenauer Grund, vorbei an der Talsperre Malter und Dippoldiswalde weiter zum Kurort Kipsdorf. Ihr freundliches Tuten und Stampfen ließ nicht nur Kinder- und Eisenbahnerherzen höher schlagen. Zuverlässig brachte sie ihre Fahrgäste jahrein, jahraus an deren Bestimmungsort, egal ob Einheimische oder Touristen. Bis zum August 2002.

Da zerstörte das Jahrhundert- ganze Abschnitte der Strecke mit so einer Kraft, dass kaum einer an eine Wiederherstellung glauben konnte. Riesige Wassermassen zerstörten Bahnhöfe, entwurzelten Bäume, ließen Hänge abrutschen und Gleise wie Geisterhände in der Luft hängen. Glücklicherweise erreichten die beiden Züge rechtzeitig die Bahnhöfe Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde, so dass weder Personen noch Fahrzeuge Schaden nahmen.

Eine Spendenaktion der IG e.V. erreichte Gleichgesinnte in der ganzen Welt. So konnten zwei Teilabschnitte mit Spendengeldern wieder hergerichtet werden und schon im Dezember 2002 gab es erste Sonderfahrten zwischen Seifersdorf und Dippoldiswalde. „Ein Lichtblick.“, wie es hieß. Dem Engagement der Eisenbahnfreunde ist es zu verdanken, dass überhaupt über einen weiteren Aufbau der Strecke nachgedacht wurde. Immer wieder erinnerten sie öffentlichkeitswirksam an die Schmalspurbahn und legten zur Rettung auch selbst mit Hand an.

2007 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und Ende diesen Jahres sollen nun die ersten Züge wieder rollen. So wird die Weißeritztalbahn – vorerst zwischen Freital- Hainsberg und Dippoldiswalde – wieder dem öffentlichen Schienen-Personen-Nahverkehr und als Touristenattraktion dienen, gilt sie doch als eine der schönsten Strecken Europas. Wann mit der Streckenöffnung zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf gerechnet werden kann, steht noch nicht fest – im Gespräch ist derzeit 2010.

Kurzer Geschichtsabriss

Am 1. November 1882, ein Jahr nach dem ersten Spatenstich, wurde die Schmalspurbahn Hainsberg-Dippoldiswalde-Schmiedeberg feierlich eröffnet. Sie war damals die zweite sächsische Schmalspurbahn und bald genehmigte man eine Erweiterung der Strecke bis Kipsdorf.

Am 3. September 1883 konnte die gesamte Strecke mit einer Länge von ca. 25 km in Betrieb genommen werden. Grund für den Bau war die komplett fehlende Bahnverbindung in dieser Region. Ortschaften, die weitab von bestehenden Eisenbahnlinien lagen, setzten sich stark für eine Anbindung ans Netz ein – nicht zuletzt, weil man sich hiervon einen wirtschaftlichen Aufschwung erhoffte. Aufgrund der unwegsamen Geländebedingungen war der Trassenbau in Regelspur nicht möglich, weswegen man sich für die neue 750mm Spurweite entschied. Ladegleise an den Bahnhöfen und Zweiggleise auf freier Strecke dienten dem Güterverkehr.

Die Hoffnungen der Bewohner erfüllten sich. Durch Inbetriebnahme der Strecke entwickelte sich Industrie im Tal der Roten Weißeritz. Außerdem brachte die Bahn reichlich Ausflügler und Ruhesuchende aus den Städten mit, was den wirtschaftlichen Aufschwung im touristischen Bereich förderte. Gasthäuser, Hotels und Pensionen in modernster Ausstattung entstanden. Gerade in den Wintermonaten zog es Tausende Ski- und Rodelbegeisterte ins .

1983 feierte man das 100-jährige Jubiläum mit einer Festwoche vom 27. August – 4. September. Täglich gab es Sonderfahrten mit Fest- und Traditionszug. Vorführungen historischer Wagen und Lokomotiven sowie verschiedene Ausstellungen lockten zahlreiche Besucher an die Strecke.

1994 stellte man den Güterverkehr ein und nutzte die Strecke nur noch für den Personenverkehr. 1998 stand auch dieser kurz vor dem Aus, was glücklicherweise in letzter Minute durch Abschluss neuer Verträge verhindert werden konnte. Durch den derzeitigen Wiederaufbau kann nun die der Weißeritztalbahn weitergeschrieben werden.

Wir danken der IG Weißeritztalbahn e.V. für die freundliche Unterstützung.

Weitere Informationen:
IG Weißeritztalbahn e.V.
Dresdner Straße 280
01705 Freital
www.ig-weisseritztalbahn.de

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Historischer Wanderleitfaden – der Plauensche Grund und die Täler der Weißeritz
Wanderung durch den Rabenauer Grund zur Talsperre Malter->

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6 Kommentare zum Thema “Weißeritztalbahn im Rabenauer Grund”

  1. Redaktion (71 comments) sagt:

    Mit dem SuperSommerFerienTicket 2010 der VVO

    ist unter anderem einem beliebigen Ferientag auch ein Ausflug mit der Lößnitzgrundbahn oder der Weißeritztalbahn drin.

    mehr lesen: http://www.die-infoseiten.de/vvo-preise-sommerferien-2010/

  2. Redaktion (71 comments) sagt:

    Weißeritztalbahn lockt innerhalb eines Jahres 250.000 Fahrgäste

    Letzte Arbeiten auf der Strecke Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde

    Seit knapp einem Jahr rollt die Weißeritztalbahn wieder zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde. Bereits am 13. Dezember 2008 zeichnete sich der Erfolg beim Publikum ab, denn allein am Eröffnungswochenende waren 4000 Fahrgäste mit der Schmalspurbahn unterwegs. Zum einjährigen Jubiläum werden es 250.000 sein, die die Weißeritztalbahn ins Osterzgebirge lockte. Zuvor feiert die Region am ersten Advent ihr traditionelles Kleinbahnfest. Neben zahlreichen Höhepunkten für Groß und Klein fahren am 28. und 29. November täglich vier zusätzliche Züge bis Rabenau, so dass alle Besucher eine Fahrt durch das Tal erleben können.
    Vom 2. Dezember an bleibt die Strecke abschnitts- und zeitweise gesperrt. Grund hierfür sind letzte Arbeiten, die im Rahmen des ersten Bauabschnitts erfolgen. Dabei handelt es sich um den so genannten Belastungsstopfgang. Durch Last- und Schwingungseintrag der Züge in den Oberbau geben die Gleise etwas nach. Da auf der Weißeritztalbahn wesentlich weniger Züge als auf anderen Strecken verkehren, dauert das Setzungsverhalten entsprechend länger. Mit Hilfe der Stopfmaschinen wird das Gleis gerichtet und das Schotterbett verdichtet, damit Schwellen und Schienen ordnungsgemäß liegen und somit die Stabilität des Gleises gewährleistet ist. Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember sind die Arbeiten beendet.

    Details zu den Sperrungen
    Zur Durchführung dieser Arbeiten wird vom 2. bis zum 4. Dezember der Streckenabschnitt von Seifersdorf bis Dippoldiswalde durchgehend gesperrt und ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Vom 7. bis 11. Dezember ist die gesamte Dampfbahn-Strecke zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde ab 16:30 Uhr gesperrt. Die vier Abendzüge werden ebenfalls durch Busse ersetzt.

    Bauarbeiten im Jahr 2009
    Bis zur Eröffnung der Strecke am 13. Dezember 2008 wurden alle Arbeiten ausgeführt, die für die Inbetriebnahme zwingend erforderlich waren. Aufgrund der schlechten Witterung zum Jahresbeginn konnte mit den restlichen Arbeiten erst im März begonnen werden, sie dauerten bis August da diese nur nachts während der Betriebsruhe erfolgten. Beispielhaft seien Schweiß-, Stopf- und Richtarbeiten am Gleis genannt, die Beschilderung von Stationen sowie der Umbau der Rückfallweichen und die Wiederherstellung der beliebten Wanderwege durch den Rabenauer Grund.

    Höhepunkte aus einem Jahr Weißeritztalbahn
    Zu den Höhepunkten dieses Jahres zählte das erste Schmalspurbahn Festival im Juli, das 7000 Besucher anlockte. Zudem gab es erstmals eine Befragung von Fahrgästen und Nichtnutzern der Dampfbahn in den Monaten April und Juli dieses Jahres. Die Umfrage ergab, dass fast drei Viertel der Befragten wegen der Kleinbahn in die Region kommen und knapp die Hälfte mit ihren Kindern unterwegs sind. Dabei spielen die Ausgaben der Gäste mehr als 2,3 Millionen Euro lokale Wertschöpfung in die Kassen, insbesondere des Bewirtungs- und Herbergsgewerbes. Eine weitere Schlussfolgerung aus der Umfrage war eine Änderung des Tarifs auf den Schmalspurbahnen zum 1. November 2009. Dabei wurden die Preise nicht erhöht, sondern Verbesserungen für den Fahrgast vorgenommen, wie beispielsweise die Einführung einer zusätzlichen Tarifzone bis Dippoldiswalde. Möglich sind nun dank der neu hinzugekommenen Tageskarte auch ganztägige Ausflüge mit der Schmalspurbahn, um die Region zu entdecken

    Pressemitteilung SDG & VVO, 26.11.2009

  3. Redaktion (71 comments) sagt:

    Studie: Wie wirkt die Dampfbahn auf die Region Osterzgebirge?

    Die Ausgaben der Tages- und Übernachtungsgäste, die wegen der Weißeritztalbahn in die Region kommen, belaufen sich auf mindestens 2,3 Millionen Euro. „Die lokale Wertschöpfung entspricht einem zusätzlichen Einkommen in der Region von etwa einer Million Euro. Das entspricht etwa 40 Arbeitsplätzen“, ergänzt Gabriele Clauss. Diese Ergebnisse spornen Oberelbe Tours und SDG an, sich gemeinsam mit lokalen Partnern für weitere Verbesserungen im Umfeld der Bahn einzusetzen. Damit sind beispielsweise eine bessere Beschilderung und Anbindung an Radwege gemeint.

    Pressemitteilung SDG & VVO, 8.10.2009

  4. Redaktion (71 comments) sagt:

    Tarifanpassungen bei Weißeritztalbahn und Lößnitzgrundbahn

    Seit fast einem Jahr fährt die Weißeritztalbahn wieder auf dem Streckenabschnitt zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde. Mehr als 185.000 Fahrgäste wurden seitdem in den Zügen gezählt. Zum 1. November 2009 erfolgt nun eine Tarifanpassung. Dabei werden die Preise nicht erhöht, sondern Verbesserungen für den Fahrgast vorgenommen, wie beispielsweise die Einführung einer zusätzlichen Tarifzone bis Dippoldiswalde. Kostete eine Fahrt zwischen Freital-Coßmannsdorf und Spechtritz bisher 7 Euro, zahlen Fahrgäste für diesen Streckenabschnitt ab November nur noch 5,50 Euro. Wer einen ganzen Tag lang mit der Schmalspurbahn die Region entdecken möchte, für den ist zukünftig die Tageskarte zum Preis von 20 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder das passende Angebot. Vielfahrern der Weißeritztalbahn bietet die Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) 10er-Karten an, die je nach Preisstufe zwischen 20 und 40 Euro kosten. Die Tarifanpassung zum 1. November 2009 erfolgt analog auf der Lößnitzgrundbahn, die zwischen Radebeul Ost und Radeburg verkehrt.

    Pressemitteilung SDG & VVO, 8.10.2009

  5. admin (4 comments) sagt:

    Rabenauer Grund – von Freital Coßmannsdorf bis zur Rabenauer Mühle

    Ein Erlebnisbericht

    So sollte es sein. An einem Sonntag im Juli, der zu einem der heißesten Tage dieses Jahres werden sollte, machten wir uns – bewaffnet mit Wasserflasche und Fotoapparat – auf den Weg von Freital-Coßmannsdorf zur Rabenauer Mühle. Eine angenehme Strecke durch den romantischen Grund, gut zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad zu bestreiten und stets begleitet durch das beruhigende Rauschen der Roten Weißeritz.

    weiterlesen: http://www.die-infoseiten.de/rabenauer-grund-von-freital-cossmannsdorf-bis-rabenauer-muehle/

  6. redaktion (71 comments) sagt:

    Weißeritztalbahn – unter Volldampf

    Bericht aus Magazin die-infoseiten.de – Ausgabe Januar-Februar 2009

    Seit dem 13.12.2008 rollt sie wieder: Deutschlands dienstälteste öffentliche Schmalspurbahn! Tausende Schaulustige hatten sich entlang der Strecke zwischen Freital- Hainsberg und Dippoldiswalde eingefunden. An allen Haltepunkten fand man Informationsstände zur Eisenbahn, wurde musiziert, vorweihnachtlich geschlemmt, fotografiert; erwartete man mit Spannung die Einfahrt des ersten Zuges.

    In Freital-Coßmannsdorf und Rabenau wurden die Besucher mit Modelleisenbahnausstellungen auf das große Ereignis eingestimmt. Im gesamten Gebiet herrschte ausgelassene Volksfeststimmung, als Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich gemeinsam mit weiteren Ehrengästen die Strecke freigab und sich der erste Zug in Bewegung setzte – sechs Jahre nachdem das Hochwasser einen Großteil der Strecke zerstört hatte.

    Der etwa 15 Kilometer lange Abschnitt liegt inmitten des Naturschutzgebietes Rabenauer Grund, was alle am Bau Beteiligten während der einjährigen Bauzeit immer wieder vor neue logistische und bautechnische Herausforderungen stellte. Lediglich die Eisenbahntrasse und der Wanderweg konnte genutzt werden. Innerhalb eines Jahres wurden mehr als 8.000 Tonnen Gleisschotter erneuert, drei Bahnübergänge neu errichtet, 69 Stützmauern instandgesetzt. Von den insgesamt 24 Brücken des Abschnitts wurden 19 saniert und drei komplett neu gebaut.

    Besonders für die Tourismusbranche der Region ist die Wiederinbetriebnahme wichtig, waren es doch ca. 200.000 Fahrgäste, die vor der Flut jährlich auf die Dienste der Züge zurück griffen. Und es gibt wohl auch heute kaum jemanden, der sich dem nostalgischen Charme der Schmalspurbahn entziehen kann, wenn sie dampfend und schnaufend ihre Fahrt aufnimmt.

    Seit dem 14. Dezember 2008 läuft der planmäßige Zugverkehr. Sechs Zugpaare verkehren nun wieder täglich entlang der Strecke, die wegen ihrer landschaftlichen Vielfalt als eine der schönsten in ganz Deutschland gilt. Bald freie Fahrt bis Kipsdorf? Auch der Wiederaufbau des elf Kilometer langen zweiten Streckenabschnitts bis Kipsdorf scheint gesichert. „Die Staatsregierung setzt die Zukunft der Weißeritztalbahn auf sichere Schienen und steht damit zu ihrem Versprechen: Wir bauen diese Strecke wieder auf und übernehmen alle Kosten, die über die zehn Millionen Euro Fluthilfemittel des Bundes hinausgehen.“, sagte Ministerpräsident Tillich.

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