Ausstellung: UNERWÜNSCHT!

Christine Schlegel. Sehen, hören, riechen (Detail), 1984, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm

Ostdeutsche Abstraktion der 50er bis 80er Jahre

Die Ausstellung bietet interessantes Material aus überwiegend Dresdner Ateliers als zusätzliche Stimme zu den Werken im Albertinum. Und es gelingen wieder neue Einblicke in die qualitative Kunst, die entgegen aller restriktiven politischen Maßnahmen in der DDR entstand. Aber die Auseinandersetzung mit den künstlerischen Fragestellungen in der Welt fand trotz aller Einkesselung auch in der DDR statt. Diese Orientierung an der internationalen Moderne stellt einen Ausdruck geistiger Selbstständigkeit und Unabhängigkeit dar.

Ein provokativer Titel. Dahinter steckt, die bei allen Bemühungen noch heute bestehende vermeintliche Unkenntnis über die Differenziertheit der Kunst in der DDR. Natürlich verlief die Entwicklung im Osten anders als die in der alten Bundesrepublik. Nach anfänglicher Autonomie, durch den Untergang des faschistischen Deutschlands und damit auch der ideologischen Vereinnahmung, war die Hoffnung auf freie Kunstentwicklung zunächst groß. Jedoch schon bald wurde erkennbar, mit der Stabilisierung des stalinistischen politischen und kulturpolitischen Systems mit seinen zunehmenden indoktrinierenden Maßnahmen erlitt die Kunst empfindliche Einbußen.

Die wichtige Rolle der privaten Galerien wird in der laufenden Ausstellung der Galerie Neue Meister allein schon durch die Beschriftungen zu den jeweiligen Werken ersichtlich. Die KUNSTAUSSTELLUNG Heinrich KÜHL engagierte sich für eine Reihe von Künstlern, die heute zur Avantgarde zählen. Nachfolgend und weiterhin setzte sich sein Sohn Johannes Kühl, unabhängig von staatlichen Vorstellungen, ab Mitte der 60er bis Anfang der 90er Jahre für die zeitgenössische Kunst ein, die ihn persönlich überzeugte.

Die aktuelle Präsentation versteht sich daher als eine Anregung zur Spurensuche. Und sie zeigt in unserer schnelllebigen Zeit künstlerische Aspekte, die es gilt, in Erinnerung zurückgerufen zu werden.
Sammeln heißt bewahren. Kunst als Zeugnis für geistige Bewegungen in der jeweiligen Zeit – für oder gegen die „offizielle Meinung“. Dr. Hans-Ulrich Lehmann, Mai 2019

PETER ALBERT, GERHARD ALTENBOURG, THEO BALDEN, ANNEMARIE BALDEN-WOLFF, DOROTHEA BEHRENS, GERD BÖHME, HANS CHRISTOPH, KLAUS DENNHARDT, HELMUT GEBHARDT, HERMANN GLÖCKNER, DIETER GOLTZSCHE, EBERHARD GÖSCHEL, JOACHIM HEUER, ERHARD HIPPOLD, VEIT HOFMANN, HANS JÜCHSER, EDMUND KESTING, HANS KINDER, HELMUT SCHMIDT-KIRSTEIN, ANNELIESE KÜHL, JOHANNES KÜHL, MAX UND WILHELM LACHNIT, RUDOLF LETZIG, ERNA LINCKE, MANFRED LUTHER, PETER MAKOLIES, WILHELM MÜLLER, STEFAN PLENKERS, FRIEDRICH PRESS, JÜRGEN SEIDEL, CHRISTINE SCHLEGEL, INGE THIESS-BÖTTNER, HANS WINKLER, ALBERT WIGAND, MAX UHLIG, KURT VOSS, WILLY WOLFF u. w.

Vernissage Mittwoch, den 29. Mai 2019, um 19 Uhr

Vorschau
Schauraum: bis zum 22.6. Gerda Lepke „Weitblick“
27.06. – 12.10. Michael Lauterjung „Die Wucht der Ordnung“

Öffnungszeiten: Mi-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Abbildung: CHRISTINE SCHLEGEL (*1950), Sehen, hören, riechen, 1984, Öl/Leinwand, 50x60cm  

Kontakt

KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL
Galerie Kunstausstellung Kühl Dresden
Nordstraße 5 | 01099 Dresden
Tel.: 0351 8045588


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