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Pirnaische Vorstadt Dresden

Der Dresdner Stadtteil Pirnaische Vorstadt …

… erstreckt sich zwischen der Lothringer Stra√üe am Sachsenplatz, hinauf zur Grunaer Stra√üe, das ehemalige Robotrongel√§nde einnehmend zum Georgplatz und √ľber Pirnaischen Platz und St. Petersburger Stra√üe zur√ľck zur Elbe.

Das Pirnaische Tor, wie das in Richtung Pirna weisende Stadttor genannt wurde, war ein pr√§chtiger Bau im Stil der Renaissance. Schon 1703 gab es in der Vorstadt eine Apotheke sp√§ter bekannt als Mohren-Apotheke am Pirnaischen Platz.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtmauern waren l√§ngst abgetragen, entwickelte sich die vormals wenig bebaute Vorstadt zu einem Wohnund Gesch√§ftsviertel. Grund hierf√ľr war sicherlich auch der Bau der Grunaer Stra√üe als wichtige Verbindung zwischen Dresdner Innenstadt in √∂stliche Richtung. Es entstanden u.a. das Residenztheater (siehe Ausgabe JanuarFebruar 2010) und das K√ľnstlerhaus. 1888 errichtete man das heutige Landgericht an der Lothringer Stra√üe. 1875 entstand die Albertbr√ľcke.

Im Februar 1945 wurde die Pirnaische Vorstadt fast vollst√§ndig zerst√∂rt. Nach Ber√§umung der Tr√ľmmer begann in den 1950iger Jahren die Bebauung der Grunaer Stra√üe mit Wohnund Gesch√§ftsh√§usern, sp√§ter folgten die Geb√§ude zwischen Pillnitzer Stra√üe, Ziegelstra√üe (fr√ľher gab es in der Vorstadt mehrere Ziegeleien) und Terrassenufer sowie die Errichtung des Robotrongel√§ndes.

Der Pirnaische Platz – das Tor zur Dresdner Altstadt

Hier, wo sich heute täglich tausende Autos, Straßenbahnen und Fußgänger tummeln, stand bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die Stadtbefestigung Dresdens. Hinter wehrhaften Mauern befand sich die eigentliche Stadt. Hinein gelangte man durch eines der bewachten Stadttore, so auch durch das Pirnaische Tor. Es wurde etwa 1820 zusammen mit der Stadtmauer abgetragen.

Nach R√ľckbau und Abbruch der alten Mauern, verblieb im Gebiet eine wahre Brache. Pl√§ne zur neuen Bebauung mussten her, fehlte doch nun ein repr√§sentatives Entree zur Altstadt. Auch fehlte die direkte Verbindung zum Altmarkt. 1877 wurde diese mit Bau der K√∂nig JohannStra√üe geschaffen doch das ist eine andere Geschichte.

Ein Kaiserpalast f√ľr den Pirnaischen Platz

Der Dresdner Apotheker und Kulturm√§zen Hermann Ilgen lie√ü das prunkvolle Geb√§ude am Pirnaischen Platz 1897 erbauen. Nachdem der Inhaber einer Apotheke in K√∂tzschenbroda mit dem von ihm erfundenen M√§usegift zu betr√§chtlichem Reichtum gelangt war, verkaufte er die Apotheke und stieg in das Immobiliengesch√§ft ein. Als M√§zen finanzierte er u.a. die ‚ÄěIlgenKampfbahn‚Äú an der Lenn√©stra√üe hier steht heute das neue Dynamo Stadion verschiedene Sportauszeichnungen und Kulturh√§user.

Neben einigen Geb√§uden auf der Prager Stra√üe nannte Ilgen bald auch den Kaiserpalast sein eigen. Es war das erste im neobarocken Stil erbaute Haus in¬†Dresden und befand sich Ecke Grunaer Stra√üe und Amalienstra√üe (heute St. Petersburger Stra√üe). Mit prachtvollen Verzierungen, Erker und einem Turm war es der Blickfang auf dem Pirnaischen Platz. Im f√ľnfst√∂ckigen Wohnund Gesch√§ftsgeb√§ude befanden sich u.a. eine Bank und im Erdgeschoss ein Restaurant, das neben einer Konzertgastst√§tte auch die erste Dresdner American Bar beherbergte. Als herausragende Spezialit√§t wurde hier ein extra f√ľr den Export gebraute amerikanische Tafelpilsner ausgeschenkt.

Nach seiner Zerst√∂rung im Jahr 1945 wurde die verbliebende Ruine bis 1951 ber√§umt. Sp√§ter wurde das Gel√§nde mit einem Hochhaus und angesetztem Flachbau bebaut. Hier befand sich lange Zeit das Restaurant ‚ÄěPirnaisches Tor‚Äú.

Vom Amtsgericht zum Landgericht

1888 erfolgte der erste Spatenstich f√ľr das neue Amtsgerichtsgeb√§ude nach Vorlagen von Max Arwed Ro√übach an der Lothringer Stra√üe. Vorangegangen war ein f√ľr Dresden bis heute nicht untypischer, langj√§hriger Streit √ľber Standort und Bauausf√ľhrung. Ro√übach plante das monumentale Geb√§ude im Stil der Neorenaissance mit einem gro√üz√ľgigen Eingangsportal f√ľr Besucher und einer gro√üen glas√ľberdachten Wandelhalle. Johannes Schilling schuf die beiden am Eingang sitzenden Figuren ‚ÄúWahrheit‚ÄĚ und ‚ÄúGerechtigkeit‚ÄĚ.

Wer war Rudolf Sigismund Blochmann?

Dem Begr√ľnder der deutschen Gasbeleuchtung ist in der Pirnaischen Vorstadt eine Stra√üe gewidmet.

Weniger bekannt d√ľrfte sein, dass Sigismund Blochmann auch auf dem Theaterplatz gedacht wird. An einer der historischen Gaslaternen findet man sein Abbild mit Lebensdaten.

Geboren wurde Blochmann 1784 in Reichst√§dt als erstes von acht Kindern einer Pfarrerfamilie. Bald folgte der Umzug nach Dresden. Nach Lehrund Arbeitsjahren in M√ľnchen, Tegernsee und Ungarn, kehrte Blochmann 1818 nach Dresden zur√ľck und √ľbernahm die Leitung des Mathematisch-Physikalischen Salons.

Zahlreiche Erfindungen gehen auf Blochmann zur√ľck. So beispielsweise die Blochmannsche Wasserleitung, eine Sandsteinr√∂hre, die die damaligen h√∂lzernen Wasserleitungen ersetzte. Bereits 1817 konnte er erste Erfolge in Versuchen mit Leuchtgas verzeichnen. Seine 1828 in der Dresdner Altstadt errichtete Gasanstalt war die erste von einem deutschen Unternehmer errichtete.

Im April des selben Jahres leuchteten die ersten Gaslaternen in Dresden auf dem Schlossplatz. Blochmann errichtete weitere Gaswerke u.a. in Leipzig, Berlin und Prag. 1871 starb Sigismund Blochmann im Alter von 86 Jahren in Dresden.

Pirnaische Vorstadt Dresden

Zirkusstraße 8
01069 Dresden OT Pirnaische Vorstadt

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